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Lesedauer 8 Min.

Test: MacBook Air M3

Der Liebling aller Pendler erhält die dritte Generation der M-SoCs. Das Update lohnt sich nicht in jedem Fall – aber wenn die Umstände passen, schenkt es gehörig ein.

Seit jeher ein treuer Begleiter: das MacBook Air

© (Quelle: Apple Inc.)

Wer immer noch auf einen stationären Desktop-Rechner setzt, darf froh sein, dass sich Apple seiner erbarmt. Denn gemäss einer gross angelegten Umfrage der CIRP (Consumer Intelligence Research Partners) in den USA stemmen das MacBook Air und das MacBook Pro die erdrückende Mehrheit aller verkauften Apple-Rechner. Den Desktops bleiben nur 10 Prozent, um sich um die Krümel zu balgen. Zwar erscheint es fragwürdig, dass der Mac Pro dreimal häufiger verkauft werden soll als ein Mac mini oder Mac Studio. Und doch zeigt die Grafik, wohin die Reise geht.

Die Desktop-Modelle sind nicht mehr viel mehr als eine Randnotiz

© Quelle: CIRP

Die Gründe sind naheliegend. Waren die Laptops früher ein Symbol für abgespeckte Leistung, hat sich das spätestens seit Apples M1-Chip grundlegend gewandelt: mit einem grossen Muskel, einem sparsamen Umgang mit der Batterie und einem kühlen Design vereinen die MacBooks, was früher als unvereinbar galt.

Ein ganzer Computer auf einem kleinen Chip: der Apple M3 SoC

© Quelle: Apple Inc.

Ein wenig schneller, bitte!

Der M3 ist (natürlich) schneller als seine Vorgänger. Doch der Leistungssprung fällt nicht mehr so dramatisch aus, wie beim M1 und M2. So vergleicht Apple den M3 vorzugsweise mit dem M1, denn der M2 kann fast zu gut dagegenhalten. Wenig erstaunlich ist der enorme Leistungszuwachs gegenüber dem letzten MacBook Air mit Intel-CPU. Aber es schickt sich nicht, nach jemandem zu treten, der bereits am Boden liegt – auch wenn es nur eine alte Prozessor-Architektur ist.

Der Unterschied zum M2 ist weniger beeindruckend, darum wird gerne mit dem M1 verglichen

© Quelle: Apple Inc.

Wenn Sie also vom MacBook Air mit M2 kommen, lohnt sich das Leistungs-Upgrade nicht. Gegenüber dem M1 wirkt der Abstand schon deutlich grösser – doch was sich davon auf das Arbeitsgefühl niederschlägt, steht auf einem anderen Blatt. Wenn Sie jedoch bis anhin mit einem Windows-Laptop oder einem Mac mit Intel-CPU gearbeitet haben, dann wartet eine völlig neue Welt.

Solide: Die SSD liest und schreibt mit knapp 3 GB pro Sekunde

© Quelle: PCtipp/ze

Ein anderes Thema sind High-End-Anwendungen in 3D. So läuft die populäre, kostenlose 3D-Software Blender tadellos auf dem MacBook Air. Beim Rendern der tanzenden «Vogelscheuche» brauchte das MacBook Air mit denselben Einstellungen etwa 30 Sekunden für ein Frame, während ein Mittelklasse-PC mit einer etwas angestaubten Grafikkarte ziemlich genau die Hälfte benötigte. Der winzige M3-SoC liefert also eine beeindruckende Leistung bei 3D-Anwendungen; aber es reicht eben doch nicht, um einem PC mit dedizierter Grafikkarte das Wasser abzugraben.

Tausende von Fäden mit je 5 «Gelenken» fordern die Grafikeinheit

© Quelle: PCtipp/ze

Gute Nachrichten gibt es hingegen für Spieler: Der M3 bietet Hardware-Unterstützung für Raytracing, um Szenen sehr viel realistischer zu beleuchten. Das wiederum ist ein Thema, das ich gerne auf die lange Bank schiebe. Denn Apple unternimmt zurzeit enorme Anstrengungen, um die Mac-Plattform für Spieler attraktiver zu machen. Doch bis die ersten Früchte dieser Arbeit geerntet werden können, werden wohl noch ein, zwei Jahre vergehen. Doch dann steht dem verbesserten Spielgenuss nichts im Weg. Schön, wenn dann das MacBook Air M3 bereits aus dem Vollen schöpfen kann.

Der Spielehit «Stray» wird gerne hinzugezogen, um die Grafik der Macs zu demonstrieren

© Quelle: Screenshot / PCtipp

Zwei Displays sind angezeigt

Das interne Display löst wie schon bei den Vorgängern mit 2560×1664 Pixel auf und liefert ein knackiges Bild, mit ausgezeichneten Kontrasten und gestochen scharfen Schriften. Die Oberfläche ist nicht matt, aber hervorragend entspiegelt. So werden Fotos und Videos in voller Pracht wiedergegeben werden, während sich die Reflexionen in Grenzen halten.

Der komplette P3-Farbraum wird unterstützt, was das kleine Gerät auch für die gehobene Videoverarbeitung qualifiziert. Über Apples TrueTone-Technologie (abschaltbar) passt sich die Farbgebung an die Farbtemperatur der Umgebung an, was besonders bei schwachem Abendlicht zu einer sehr angenehmen Darstellung führt. Was hingegen dem MacBook Air vorenthalten wird, ist die Wiederholfrequenz von 120 Hz; bei 60 Hz wird das Ende der Fahnenstange erreicht und wer unbedingt mehr will, muss zu einem MacBook Pro greifen.

Neu ist hingegen der Umgang mit externen Displays. Die Basisversion des M3 kann wie schon seine Vorgänger M1 und M2 nur zwei Displays ansteuern. In der Praxis lief das bis anhin auf das interne und ein zweites, externes Display hinaus. Das externe Display stemmt, wie bis anhin, eine Auflösung bis 6K bei 60 Hz – wobei Apple dabei an das hauseigene Pro Display XDR denkt, das etwa das Vierfache eines MacBook Air kostet.

Neu ist es möglich, ein zweites externes Display zu betreiben, das bis 5K mit 60 Hz auflöst. Hier bietet sich vor allem ein Setup aus zwei Studio Displays mit 5K an, die es ab etwa 1700 Franken gibt. Das klingt nicht richtig günstig, aber das Studio Display ist jeden Franken wert. Den Test finden Sie hier.

Doch die Beschränkung auf zwei Displays bleibt bestehen. Deshalb muss der Deckel des MacBook Air geschlossen werden, um das zweite Display anzusteuern. Und das wiederum macht eine externe Maus und Tastatur unabdingbar.

Alte Tugenden

Neben den technischen Verbesserungen bietet das MacBook Air altbekannte Eigenschaften, die bei einem MacBook Air nicht mehr wegzudenken sind.

Passive Kühlung. Was am MacBook Air seit jeher begeistert, ist seine passive Kühlung. Will heissen, dass kein Lüfter verbaut ist, der nerven kann – und für unzählige Anwender ist das wichtiger, als noch ein Quäntchen mehr Leistung aus der CPU zu quetschen. Allerdings ist die «Leistung» auch hier relativ: Selbst mit grafischen Anwendungen wie InDesign läuft alles nahtlos, bei Photoshop genauso. Dabei bleibt das Gerät nicht nur lautlos, sondern auch entspannt kühl. Es gibt für das System also keinen Anlass, das SoC zu drosseln.

Tipp: Manchmal gibt es Anwendungen, die sich querstellen und sich schamlos an der Leistung laben, ohne dabei eine wichtige Funktion wahrzunehmen. In solchen Fällen hilft die Anwendung App Tamer, die Prozesse im Hintergrund ausbremst, komplett stoppt oder sie den sparsamen Effizienzkernen des M3 zuweist: Dort laufen sie zwar nur langsam weiter, aber sie können keine übermässige Leistung mehr ziehen. App Tamer ist Bestandteil von setapp.com oder kann einzeln für Fr. 14.95 beim Hersteller stclairsoft.com bezogen werden. Englisch.

«App Tamer» bremst unartige Programme gezielt aus oder verbannt sie auf die Effizienzkerne des M3

© Quelle: PCtipp / ze

Touchpad und Tastatur. Da ist zum einen das riesige Touchpad, das bis heute als Messlatte für alle anderen Laptops gilt. Die Tastatur ist so flach, wie sie bei einem so dünnen Gerät eben sein muss; doch auch wenn sie sich ein wenig hart anfühlt, vermitteln die normalgrossen Tasten ein angenehmes Tippgefühl. Der Platz links und rechts von der Tastatur bleibt beim 15-Zoll-Modell hingegen ungenutzt. Weder findet man hier einen Zahlenblock noch eine hauchdünne Lochung für die Lautsprecher, wie man es vom MacBook Pro her kennt.

Die Tastatur ist «nur» angenehm, doch das riesige Trackpad spielt seit jeher in seiner eigenen Liga

© Quelle: Apple Inc.

Lautsprecher. Trotzdem liefern die verbauten Lautsprecher einen sehr gefälligen, satten Klang; weit besser, als man es den engen Gehäusemassen zutrauen würde. Das 13-Zoll-Modell muss sich mit einem 4‑Lautsprecher-System aus zwei Tieftönern und zwei Hochtönern begnügen, während das 15-Zoll-Modell über ein 6‑Lautsprecher-System verfügt, das aus zwei Paar Tieftönern und zwei Hochtönern besteht. Dieser Unterschied ist genau genommen der einzige zwischen den beiden Modellen, von der Display-Grösse abgesehen.

Gewicht und Batterie. Das 15-Zoll-Modell wiegt 1510 Gramm, das 13-Modell 1240 Gramm. Was nicht dazukommt, sind die 185 Gramm für das Ladegerät und das Ladekabel. Denn die Batterie hält eine gefühlte Ewigkeit. Apple spricht von 18 Stunden, wobei es natürlich immer auf den Einsatzbereich ankommt.

Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass das MacBook Air auch ohne Steckdose innerhalb eines langen Arbeitstages kaum totzukriegen ist. Das Netzteil bleibt zu Hause. Das sollte im Hinterkopf behalten werden, wenn das Gewicht des MacBook Air zum Teil mit leichteren PC-Mitbewerbern verglichen wird, die bei jeder Gelegenheit an einem Ziegelstein von einem Netzteil hängen.

Kaufberatung und Fazit

Lohnt sich das Aufrüsten? Ja; aber nicht, wenn Sie bereits ein MacBook Air mit M2 Ihr Eigen nennen, denn die Leistung des M3 bewegt sich in unmittelbarer Nähe zum M2. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Apple den M3 vorzugsweise mit dem M1 oder – noch eindrücklicher – mit den Intel-Geräten vergleicht, die schon lange nicht mehr verkauft werden. Das einzige stichhaltige Upgrade-Argument für M2-Besitzer ist die Möglichkeit, zwei externe Bildschirme anzuschliessen.

Über die zwei Thunderbolt-Anschlüsse lässt sich jedes erdenkliche Zubehör adaptieren und das MacBook Air laden; ansonsten sorgt der MagSafe-Anschluss für eine sichere Verbindung zur Steckdose

© Quelle: Apple Inc.

Bei der Displaygrösse liegt die Antwort auf der Hand: Wer viel unterwegs arbeitet, greift zum 15-Zoll-Modell – denn mit diesem Gerät wird der Zug zum Wohlfühlbüro. Wenn das MacBook Air meistens an einem externen Display hängt und nur sporadisch nach draussen darf, ist das kleinere Gerät hingegen die bessere Wahl. Werden dieselben Konfigurationen zusammengestellt, beträgt der Preisaufschlag auf das 15-Zoll-Gerät immer 220 Franken.

13 Zoll sind niedlich, 15 Zoll ein rechter Brocken – wenn auch ein sehr dünner und leichter Brocken

© Quelle: Apple Inc.

Eine sinnvolle Konfiguration

Die kleinste Konfiguration mit 13 Zoll umfasst 8 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher und 512 GB SSD-Speicher für 1319 Franken. Das Stichwort lautet hier «gemeinsamer Arbeitsspeicher», der nicht mit klassischem RAM vergleichbar ist; stattdessen steht der schnelle Speicher allen Komponenten gleichzeitig offen: der CPU, der Grafikeinheit oder der Neural Engine. Dadurch kann er auch deutlich effizienter verwaltet werden. Schätzungen laufen darauf hinaus, dass 8 GB RAM auf einem M-SoC etwa 16 GB RAM in einem klassischen PC entsprechen.

Bei der Wahl des kleinsten Modells sollten Büroarbeiten im Vordergrund stehen

© Quelle: Apple Inc.

Dessen ungeachtet sollten Sie den Speicher auf 16 GB erhöhen lassen (+220 Franken), denn nachträglich ist das nicht mehr möglich. So stehen Sie auch in drei Jahren noch auf der sicheren Seite und können mit einem höheren Wiederverkaufswert rechnen. Eine 24-GB-Aufrüstung (+440 Franken) kippt hingegen ins andere Extrem, denn diese Menge lässt sich kaum noch sinnvoll einsetzen – jedenfalls nicht bei der Zielgruppe, die das MacBook Air anspricht.

Bleibt noch die SSD. 512 GB sollten nur ins Auge gefasst werden, wenn auf dem Gerät hauptsächlich Office-Dateien herumgeschoben werden oder mit Daten gearbeitet wird, die auf einem Server liegen. Sobald jedoch unterwegs auch offline gespeicherte Filme oder viele Fotos verwaltet werden sollen, wird es eng. Das Upgrade auf 1 TB kostet 220 Franken und stellt das Gerät auf eine solide Basis. 2 TB (+660 Franken) sind hingegen nur angezeigt, wenn grosse Foto- und Videoprojekte oder umfangreiche Archive darauf gespeichert werden.

Wie so oft, liegt die Wahrheit in der Mitte. Mit 16 GB RAM und 1 TB SSD kostet das 13-Zoll-Modell 1759 Franken, beim 15-Zoll-Gerät sind es 1959 Franken. Und mit dieser Konfiguration kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Fazit

Das MacBook Air sucht weiterhin seinesgleichen. Es ist fast unmöglich, sich einen alternativen Laptop vorzustellen, der so perfekt ausbalanciert ist, ohne eine erwähnenswerte Schwäche zu zeigen. Wer mehr Leistung will, sollte sich das MacBook Pro ansehen. Aber für die überwältigende Mehrheit ist dieses Gerät die erste Wahl – seien es nun Mac- oder Windows-Anwender.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Lüfterlos
  • Display
  • Tempo
  • Trackpad
  • Verarbeitung
  • Software

Details:  Apple M3 SoC, 2×Thunderbolt/USB 4 bis 40 Gbit/Sekunde, 8 GB RAM, 512 GB SSD, Wi-Fi 6 (AX), Bluetooth 5.3, 1080p FaceTime-Kamera, Display mit 224 ppi, P3-Farbraum, 500 Nits, 60 Hz, macOS 14 ‹Sonoma›

Preis:  ab 1319 Franken

Infos: 

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