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Lesedauer 5 Min.

Mähroboter Segway Navimow i210 LiDAR Pro im PCtipp-Test

«Glatt wie ein Babypopo» soll der Segway Navimow i210 LiDAR Pro eine Rasenfläche von bis zu 1000 Quadratmeter und auch im hügeligen Gelände mähen können. Obs gelingt, verrät der PCtipp-Test.

Starke Mähleistung: Segway Navimow i210 LiDAR Pro

© Segway

Der Navimow i210 LiDAR Pro gehört zur «Premium»-Kompaktklasse der Segway-Mähroboter innerhalb der i-Reihe. Im Gegensatz zu klassischen Modellen mäht der i2 LiDAR Pro komplett ohne physische Begrenzungsdrähte. Geschnitten werden können beim i210-Pro-Modell, laut Herstellerempfehlung, Rasenflächen von bis zu 1000 Quadratmeter. Das Paket beinhaltet den Navimow i2 LiDAR Pro Mähroboter, die Ladestation inklusive robuster Kunststoff-Bodenanker, das Netzteil mit einem wetterfesten 7 Meter langem Verlängerungskabel. Ab Werk ist die Datenübertragung auf eine lokale WLAN- und Bluetooth-Verbindung beschränkt. Wer eine weltweite Ortung oder Mobilfunkanbindung wünscht, profitiert immerhin im ersten Jahr als kostenlosen Service davon. Danach muss man den Navimow-Access+-Dienst (Diebstahlschutz) separat erwerben (ca. Fr. 30.-/Jahr). Ein Wetterschutzdach für die Ladestation (Modell: Garage S oder Garage M) ist ebenfalls nicht im Standard-Lieferumfang enthalten, sondern als optionales Zubehör für den Schutz vor Hagel und starker UV-Einstrahlung verfügbar. Der Quick Start Guide, ein kleines bebildertes Handbuch komplettiert dabei den Lieferumfang. Die Garantiezeit beträgt drei Jahre.

Navimow i210 LiDAR Pro: reichlich Zubehör im Lieferumfang

© PCtipp

Ausstattung und Technik

Technisch stützt sich der i210-Pro auf ein, im Grunde genommen, vierstufiges Ortungs-/Orientierungssystem.  Dazu besitzt der Mäher einen Empfänger für alle gängigen globalen Satellitensysteme (GNSS) wie GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou. Er holt sich diese («groben», recht ungenauen) Signale/Koordinaten also direkt von den Satelliten am Himmel. 

Spannend ist auch das, was nachgeschaltet ist: Denn der Mäher nutzt dazu ein intelligentes Ortungssystem namens «Triple-Fusion»: Dreh- und Angelpunkt ist das sogenannte Netzwerk-RTK (NRTK): Damit bezieht der Mäher seine präzisen GPS-Korrekturdaten direkt über das integrierte 4G-Mobilfunknetz (integrierte eSIM-Funktionalität) von den nächstgelegenen Sendemasten. Zweitens tastet der eingebaute LiDAR-Scanner die Umgebung in 3D ab, um so und ein möglichst genaues digitales Geländemodell zu erstellen. Und drittens: Die integrierten AI-Vision-Kameras scannen Grenzen wie Rasenkanten, Blumenbeete oder Wege, und können zudem, so der Hersteller, über 200 verschiedene Hindernisse (z.B. Tiere etc.) ab Werk erkennen.

Zurück zur Umsetzung: Die Schnittbreite beträgt 22 Zentimeter. Umgesetzt wird das Ganze durch ein rotierendes Messerteller-System (100 Watt-Motor) mit insgesamt sechs beweglichen Klingen auf der Unterseite des smarten Rasenmähers. Gefahren wird beim LiDAR-i210-Pro-Modell per Allradantrieb und kräftigen, orangen Offroad-Rädern. Laut Datenblatt bewältigt das System eine maximale Steigung von bis zu 55 Prozent (= 29 Grad). Dazu später mehr. Die Netto-Akkulaufzeit variiert je nach Dichte des Rasens und Geländeprofil/Terrain, liegt aber, soviel vorweg, unter praxisnahen Bedingungen bei rund 100 Minuten pro Ladung, bevor der Roboter selbstständig zum Laden zurückkehrt.

Messerscharfer Boden: Das 6-Klingernsystem vom Navimow i210 LiDAR Pro

© Segway

Inbetriebnahme und App-Kartierung

Die Einrichtung erfolgt vollständig digital über die Navimow-App (kostenlos für iOS/Android). Dabei führt ein Assistent durch die Auto-Mapping-Funktion. Hierbei nutzt der Roboter seine integrierte Kamera zur automatischen Rasenerkennung: Registriert und aufgenommen wird die Grenze zwischen Gras und harten Kanten (wie Pflastersteinen oder Terrassenplatten). Danach wird eine virtuelle Grenze vorgeschlagen, die der Nutzer nur noch bestätigen muss. Alternativ, und das ist gerade bei verzweigtem Terrain die bessere Wahl, lässt sich der Roboter via Smartphone wie ein ferngesteuertes Auto manuell entlang der Kanten manövrieren. Das geht zwar länger und bedarf gerade anfangs einer gewissen Übung (es gibt dazu in der App auch einen expliziten Testmodus zur Steuerung!).  Unterm Strich ist dieses Prozedere aber auch der genauste Weg.

Der Navimow i210 LiDAR Pro in der Ladestation

© PCtipp

Die App selbst bietet hervorragende Möglichkeiten zur Multizonen-Verwaltung. Es können unterschiedliche Rasenflächen angelegt und über definierte Übergangs-Korridore (Kanäle) miteinander verbunden werden. Für sensible Gartenbereiche lassen sich präzise No-Go-Zonen (z.B. für Pools, Blumenbeete oder Trampoline) einrichten. Und: Eine integrierte Wetter-Responsive-Funktion gleicht sich mit lokalen Wetterberichten ab, um den Mähvorgang bei Regen automatisch zu verschieben. Schön. Das physische Bedienfeld am Roboter ist, sagen wir es für einmal, recht minimalistisch ausgelegt. Ein kleines, wetterfestes LCD-Display informiert über den aktuellen Akkuladestand sowie elementare Systemcodes. Neben den Tasten für «Start» und «Home» gibts noch die grosse, rote Stop-Taste das Gehäuse. Die Feinjustierung – wie die präzise digitale Einstellung der Schnitthöhe zwischen 20 und 70 Millimetern – erfolgt ausschliesslich über die App.

Navimow i210 LiDAR Pro: die übersichtliche App

© PCtipp

Der Praxis-Test

Im flachen und moderat hügeligen Gelände, innerhalb der Steigungstoleranz (!) überzeugte das System durch ein systematisches Mähverhalten in parallelen Bahnen: Effizient, schnell und mit einem sauberen Schnitt der Rasenkante. Hindernisse wie herumliegendes (flaches!) Spielzeug, Haustiere oder Gartenstühle wurden durch die Kombination aus LiDAR und Kamera frühzeitig erkannt und flüssig umfahren. Alles bestens.

Ans Limit kam der i210-LiDAR-Pro bei seinem Fahrverhalten, wenn die 55-prozentige vom Hersteller garantierte Steigfähigkeit auf über 70 Prozent überschritten wurde: Während der Roboter bergauf dank des Allradantriebs noch erstaunlich viel Grip entwickelte, und keinerlei Mühe hatte, diese «Mega»-Steigung ausserhalb der Spezifikation zu überwinden, offenbarte er beim Wenden im (zu) starken Gefälle doch seine Grenzen. Beim «Blick nach unten» drückt das Eigengewicht beim Abwärtsfahren dann sehr stark nach vorne, und das Heck neigt bei abrupten, seitlichen Richtungswechseln oder unebenem Untergrund dann zum leichten Abheben. Die hochempfindliche Sensorik interpretierte dies im Test als Sicherheitsrisiko («Roboter angehoben»), brach den Mähvorgang ab und blieb stehen. Richtig Cool: Für alle, die den hübschen Rasenschneider aber auch hier ausreizen wollen, findet sich im App-Menü unter «Antriebsschlupfregelung» sogar dafür eine Einstellung, die das Gerät über sein Limite hebt. Das kann gerade für Gärten mit extremen, unebenen Hangausläufen ein spürbarer Pluspunkt sein. Die Betriebslautstärke ist mit gemessenen 58 Dezibel erfreulich leise.

Navimow i210 LiDAR Pro: im PCtipp-Testparcours

© PCtipp

Segway Navimov i210 LiDAR Pro: macht im Garten auch optisch war her

© PCtipp

Fazit

Das Segway Navimow i210 LiDAR Pro punktet mit einer modernen Steuerung und Kartierungssystem. Die visuelle Rasenerkennung erleichtert die Ersteinrichtung massiv. Dank der App kann der Garten zonengenau und sehr variabel gemäht werden. Als smarter «Cutter» für komplexe, flache bis moderat geneigte und steigende Rasen inklusive engen Wendemanövern ist der Mähroboter eine Top-Empfehlung - und obendrein hübsch anzusehen.

Testergebnisse

Details: RTK-LiDAR-Kamera Navigation, 55 % max. Steigung, 22 cm Schnittbreite, WLAN/Bluetooth (4G optional), Auto-Mapping Funktion, ca. 100 Min. Akku, 58 dB Lautstärke, Nacht-LED, App-Schnitthöhenverstellung, 3 Jahre Bring In
Strassenpreis: Fr. 1529.-
Gesehen bei: digitec.ch

(Sehr gut)

  • Kartierung, effizientes Mähen, Hinderniserkennung, kein Begrenzungsdraht, Zonenverwaltung, App, Garantie
  • Diebstahlschutz «nur» erstes Jahr gratis, Wetterschutzdach nur optional

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