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Lesedauer 5 Min.

Per App parkieren - so geht es

Mittlerweile hat die Digitalisierung auch bei Parkuhren Einzug gehalten. Sie können ganz einfach per Smartphone bezahlen und brauchen kein Münz mehr. Welche Apps es gibt und welche Möglichkeiten diese bieten, lesen Sie auf dieser Doppelseite.
© (Quelle: parkingpay.ch)

Sie haben das sicher schon erlebt: Sie stehen an der Parkuhr und das nötige Kleingeld fehlt. Parkuhren-Apps für das Smartphone sollen diese Problematik lösen. Sie bieten nicht nur die Möglichkeit, bequem per Google Pay & Co. zu bezahlen, sondern haben oft auch noch Zusatz-Features.

Inzwischen haben sich Parkuhren-Apps in der Schweiz fest etabliert. Rund 70 Prozent der Bezahlvorgänge laufen heutzutage digital ab, schrieb die Stadt Zürich im Dezember 2024. Vor allem in der Stadt sind die Anwendungen populär. Doch ausser praktischen Vorteilen bergen die Apps auch einige Nachteile. Und natürlich sind Betrügereien nicht weit (siehe Box auf der letzten Seite/Teil 5). Die folgende Wegleitung vermittelt Ihnen die wichtigsten Informationen rund um Parkuhren-Apps.

Wie funktioniert es?

Bild 1: Das Bezahlen von Parkgebühren läuft unter anderem über den Scan von QR-Codes

© Quelle: PCtipp.ch

Alle Parkuhren-Apps basieren auf einem einfachen Prinzip: Man startet den Parkvorgang per App. Dafür gibt man entweder einen Parkzonencode ein, scannt einen QR-Code oder nutzt GPS zur Standorterkennung, Bild 1. Wird Ihr Fahrzeug kontrolliert, kann die Kontrollinstanz anhand Ihrer App-Angaben überprüfen, ob alles korrekt bezahlt ist. Ein ausgedrucktes Billett hinter der Windschutzscheibe ist also nicht nötig.

Die grossen Drei

Vor rund fünf Jahren kämpften in der Schweiz etliche App-Anbieter um die Vorherrschaft im Parkuhren-Segment. Inzwischen haben sich drei Anbieter durchgesetzt: Parkingpay, Easy­Park und Twint. Im Folgenden lesen Sie die wichtigsten Informationen zu allen drei Lösungen. Sie sind alle für Android und iOS im entsprechenden App-Shop erhältlich.

Parkingpay – Weit verbreitet, aber nicht perfekt

Bild 2: Die Bedienung von Parkingpay ist einfach gehalten

© Quelle: PCtipp.ch

Parkingpay ist an über 970 Standorten in der Schweiz verfügbar – darunter in Städten, Parkhäusern, Einkaufszentren und auf öffentlich bewirtschafteten Parkplätzen. Der Nutzer startet und stoppt den Parkvorgang bequem via Smartphone, Bild 2. In einigen Parkhäusern funktioniert das Ein- und Ausfahren sogar per Nummernschilderkennung oder über einen Badge.

Zahlungsmethoden

Parkingpay ist sehr flexibel: Akzeptiert werden Twint, Apple Pay, Kreditkarten, Post­Finance, Banküberweisungen und sogar Rechnungsstellung für Firmenkonten.

Gebühren

Grundsätzlich gelten die gleichen Parktarife wie am Automaten. Einige Gemeinden erheben jedoch Zuschläge für App-Nutzer. So sorgte etwa Rorschach im Jahr 2023 für Schlagzeilen. Damals berichtete das «St. Galler Tagblatt», dass das Kurzzeitparken via App 75 Rappen koste, während Barzahler nur 50 Rappen entrichten müssten.

Kritikpunkte

Die App ist funktional, gilt allerdings nicht als sehr benutzerfreundlich. Online berichten Nutzer immer wieder von Fehlfunktionen: Etwa, dass das Auswählen von Parkplätzen nicht gehe, Belege nicht heruntergeladen werden könnten oder man automatisch ausgeloggt werde. Entsprechend hat die Anwendung im Apple App Store eine Bewertung von 2,8 von fünf Sternen. Noch schlechter kommt die App im Google Play Store weg: Dort vergeben die Nutzer gerade einmal 2,4 Sterne.

EasyPark – Viele Funktionen, aber Kosten im Blick behalten

Bild 3: EasyPark können Sie auch in vielen europäischen Ländern nutzen

© Quelle: PCtipp.ch

EasyPark ist in über 800 Ortschaften der Schweiz aktiv – darunter Basel, Bern, Genf, Luzern und Zürich. Auch in vielen europäischen Ländern ist die App verfügbar, Bild 3. Die Anwendung richtet sich besonders an Vielnutzer und E-Auto-Fahrer. Sie bietet eine ganze Reihe von Funktionen:

● Start, Stopp und Verlängerung der Parkzeit per App, auch aus der Ferne

● Parkplatzsuche in der Nähe

● Integration von E-Ladestationen (EV Charging)

● Kamera-Parken: In bestimmten Parkhäusern Ein- und Ausfahrt per Kennzeichenerkennung

● Geschäfts- und Privatkonten trennbar

● SMS-Erinnerungen: Die App warnt auf Wunsch mittels SMS, wenn die Parkzeit bald abläuft – um Bussen zu vermeiden. Diese Funktion kann in den Einstellungen der App aktiviert werden.

Gebühren

Es gibt aktuell zwei Tarifmodelle bei EasyPark:

● EasyPark Small: Gelegenheitsnutzer zahlen pro Parkvorgang eine Servicegebühr von bis zu 15 Prozent des Parktarifs oder mindestens 49 Rappen.

● EasyPark Go: Abo-Modell für Fr. 4.55 pro Monat. Hier gibt es keine zusätzlichen Gebühren pro Parkvorgang.

Kritikpunkte

Trotz Transparenz auf der Website empfinden viele Nutzer die Gebühren als intransparent oder zu hoch. So kostet jede SMS-Erinnerung 19 Rappen. Den gleichen Preis verlangt Easy­Park für jede E-Mail-Rechnung.

TWINT – Einfach, aber ohne Extrafunktionen

Der Bezahldienst Twint ist die einzige der drei Lösungen, die keine eigene Park-App erfordert. Stattdessen wird der Bezahlvorgang über die reguläre Twint-App abgewickelt. Voraussetzung ist wie bei den beiden anderen Apps, dass der Parkplatzbetreiber die Zahlungsmöglichkeit unterstützt. Normalerweise finden Sie die Funktion in Twint unter Mehr/Parkieren. In gewissen Twint-Versionen ist die Parkieren-Funktion auch als Kachel auf der Startseite der App verfügbar.

Gebühren

Twint erhebt auf Nutzerseite keine Gebühren.

Nachteile

Keine Möglichkeit zur Verlängerung nach dem Start des Parkvorgangs und keine Push-Benachrichtigung nach Ablauf.

Welche App wählen?

Bei kurzen Parkzeiten kann sich die Münzzahlung immer noch lohnen – besonders, wenn pro Parkvorgang noch Gebühren dazukommen. Ab etwa 30 Minuten beginnt sich der App-Komfort jedoch meist auszuzahlen. Vor allem für Pendler oder Vielfahrer bieten die Apps deutlich mehr Flexibilität. Wenn Sie nur gelegentlich Parkuhren nutzen und digital bezahlen möchten, sind Sie mit Twint gut bedient. Für Vielfahrer lohnt sich der Gebrauch von Parkingpay auch wenn die Anwendung im Ruf steht, fehleranfällig zu sein. Die bessere Alternative für Vielfahrer ist EasyPark. Die App bietet einen grossen Funktionsumfang, lässt sich diesen aber mit zusätzlichen Gebühren auf der Nutzerseite bezahlen.

Immer häufiger tauchen gefälschte QR-Codes an Parkuhren auf

© PCtipp.ch

Gefälschte QR-Codes

In diversen Schweizer Städten sind im Jahr 2024 erstmals gefälschte QR-Codes an Parkuhren aufgetaucht. Die Betrüger überkleben den Original-QR-Code mit einem Fake-Code, der zu Phishing-Websites führt. Dort werden Nutzern Kreditkarten- oder Log-in-Daten entlockt. Die Schweizer Stadtpolizeien entfernen solche Fälschungen konsequent. Tipps zur Erkennung:
  • Immer nur mit der offiziellen App (z. B. Twint) scannen
  • Misstrauisch sein bei QR-Codes mit Rechtschreibfehlern oder schlechter Druckqualität
  • Niemals Bankdaten auf Websites eingeben, die nach dem Scannen erscheinen, auch wenn diese nach einer offiziellen Seite aussehen
  • Im Zweifelsfall: QR-Code nicht verwenden und die Zone manuell eingeben oder über die App suchen

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