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Lesedauer 6 Min.

Das alte Autoradio auf DAB+ aufrüsten

Für klassische UKW-Autoradios wird es eng: Der Grund heisst DAB+. Das digitale Radio ersetzt die analogen Modelle, da UKW in der Schweiz bis Ende 2024 abgeschaltet wird. Das ist auch für die Autofahrer wichtig. Alle Infos rund um DAB+- Autoradios.
© (Quelle: Shutterstock/Roman Samborskyi)

Mittlerweile liegen DAB+-Radios auch im Auto gegenüber den klassischen UKW-Varianten vorn: Seit Anfang dieses Jahres sind diese beliebtester Empfangsweg. Laut BAKOM macht die Radio­nutzung über DAB+ und IP-Radio zusammen 55 Prozent der Gesamtnutzung im Auto aus. Eigentlich sollte UKW in der Schweiz per 2022 (SRG) bzw. Januar 2023 (Privatradios) abgeschaltet werden. Doch im August 2021 entschieden die Schweizer Radioveranstalter, dass die Verbreitung von Radioprogrammen über UKW doch erst Ende 2024 abgeschaltet wird, wie unter anderem SRF berichtet. Dennoch: Grund genug, mit einer Kaufberatung auf dieses Thema näher einzugehen und die wichtigsten Fragen rund um DAB+ fürs Auto zu klären.

DAB+ steht für Digital Audio Broadcasting, das «+» für «besten Klang, mehr Empfang, grössere Vielfalt und neue Möglichkeiten». Die Abkürzung wird «De Ah Be Plus» aus­gesprochen. In der Anfangszeit von DAB war die Audioqualität deutlich schlechter als über analoges Radio. Seit der überarbeiteten Version DAB+ hat sich das aber erledigt.

Gleich nachfolgend beantworten wir alle wichtigen Fragen rund um DAB+ im Auto. Im Teil 3: Einbauen und Umrüsten finden Sie fünf aktuelle und günstige DAB+-Autoradios, die wir getestet haben und die sich selbst einbauen lassen.

Vor- und Nachteile

Was sind die Vorteile von DAB+?

Einer der hörbaren Vorteile von digitalem Radio ist die Übertragungsqualität: Im Unterschied zu klassischen, analogen UKW- oder Mittelwellenradios gibt es kein Rauschen – entweder man empfängt den Sender oder eben nicht. Funktional werden neben Zusatzinformationen (auch Metadaten genannt) zur Sendung oder zum Song (beispielsweise Interpret, Songtitel etc.) auch Wetterberichte, News sowie schriftliche Verkehrsmeldungen mit dem Nutzsignal übertragen.

Die Sendernetze in der Schweiz werden hauptsächlich von drei Organisationen betrieben. Die Abdeckung der SRG-Sender finden Sie unter dem Link broadcast.ch, jene der kommerziellen Privatradios auf der Website swissmediacast.ch und die nicht kommer­ziellen unter digris.ch.

Sind die Radios einmal ins Auto eingebaut (eine einfache Einbauanleitung wird immer mitgeliefert) und ist die DAB+-Antenne an der Autoscheibe arretiert, ist die Bedienung kinderleicht und verläuft immer nach sehr ähnlichem Schema: Direkt beim Einschalten startet der Sendersuchlauf entweder automatisch oder er wird mittels Menütaste manuell an­gestossen. Das wars. Innert weniger Sekunden sucht das Gerät den kompletten DAB+-Frequenzbereich ab und listet die gefundenen Sender auf. Anwender können die Senderliste sukzessive durchblättern und ihre Lieblingsstationen speichern.

Gibt es auch Nachteile?

Die Empfangsqualität von DAB+ liegt im Schnitt zwar über der des UKW-Signals (ungefähr 99 Prozent der Schweizer Wohngegenden werden abgedeckt). Allerdings gibt es auch beim DAB+-Empfang Schwachstellen. So kann das Signal während der Fahrt in Tunnels oder auch Unterführungen ausfallen oder kurz aussetzen – ähnlich, wie man es von Navigationsgeräten her kennt. Weiterer kleiner Nachteil ist die Empfangsverzögerung. Das kann gerade bei Sportereignissen mitunter recht nervig sein.

Einbauen und Umrüsten

Was hat es mit DIN-1 und DIN-2 beim Einbau von DAB+-Radios auf sich?

Mit DIN-1 und DIN-2 sind nichts anderes als die Abmessungen von Audio- und Video­geräten für Kraftfahrzeuge (Auto, Lastwagen) gemeint. Das Kürzel DIN steht für Deutsches Institut für Normung und definiert die Höhen-Breiten-Masse für Automobile. Konkret sind die Abmessungen von DIN-1-Radios auf 17,8 × 5 Zentimeter, die von DIN-2-Geräten auf 17,8 × 10 Zentimeter festgelegt.

Tipp: Um sicher zu sein, ob ein neues Autoradio auch in Ihr Fahrzeug passt, sollten Sie die Frontplatte des aktuellen Autoradios genau messen.

Gibt es eine Möglichkeit, auf DAB+ umzurüsten, ohne das alte Radio auszubauen?

Bild 1: DAB+-Adapter Pure Highway 600 – umrüsten ohne Ausbau des bestehenden UKW-Radios

© Quelle: PCtipp.ch

Ja, die gibt es, und zwar gleich mehrfach. Relativ preisgünstig lässt sich das bestehende, analoge Autoradio per DAB+-Adapter in ein DAB+-Radio verwandeln. Ein Beispiel ist der Pure Highway 600 für ca. 170 Franken bei discount-car-hifi.ch, Bild 1. Er wird via 12- Volt-Zigarettenanzünder mit Strom gespeist.

Für die Verbindung zwischen dem DAB+-Adapter und dem Autoradio gibt es zwei Optionen: Hat Ihr bestehendes UKW-Radio einen AUX-Eingang, können Sie den Adapter mit einem entsprechenden Kabel an diesen Eingang Ihres UKW-Autoradios anschliessen. 

Die zweitbeste Variante ist die Funktechnologie Bluetooth, sofern Ihr aktuelles analoges Autoradio diese unterstützt. Dazu müssen Sie das Analogradio und den Adapter «pairen» (koppeln), und zwar so, wie man es von kabellosen Kopfhörern mit dem Smartphone kennt. Nachdem Sie die Verbindung auf die eine oder andere Weise hergestellt haben, verbauen Sie den Adapter an einem sicheren rutschfesten Platz im Auto und verlegen anschliessend die Wurfantenne des DAB+-Adapters, damit dieser das DAB+-Signal empfangen kann. Wenn alles optimal installiert ist, empfängt der Adapter die ausgestrahlten DAB+-Sender, die sich speichern und per Knopfdruck wieder­geben lassen.

Was bringen mir Radios, die An­droid Auto und Apple CarPlay unterstützen?

Bild 2: Diese Logos weisen auf die Kompatibilität des Autoradios mit Apples und Googles Autosystemen hin

© Quelle: PCtipp.ch

Sowohl Googles An­droid Auto als auch CarPlay von Apple, Bild 2, sind genau genommen nichts anderes als Schnittstellen zwischen dem Smartphone und dem Autoradio respektive dem dahinterliegenden Multimediasystem. Einfach ausgedrückt, projiziert das Smartphone seinen Inhalt wie zum Beispiel Musik  auf das Autoradio und sein Display.

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach: Das Handy wird via USB-/Lightning-Kabel oder Bluetooth mit dem Infotainmentsystem des Radios gekoppelt. Im Fall von Android Auto müssen Sie sich zuerst noch die App vom entsprechenden Google-Store herunterladen. Ist die Grundinstallation abgeschlossen, bieten sich mit jedem der beiden Systeme weitreichende Multimediafunktionalität wie Navigation, Mediaplayer etc.

Bereits integriert sind die Systeme in vielen neueren Autos bekannter Autohersteller. Zudem bieten Autoradiohersteller mittlerweile entsprechende Einbaugeräte an, die über beide Schnittstellen verfügen. Im Testfeld (siehe Tabelle unten) bietet Sonys XAV-AX5550ANT diese Unterstützung an.

Wie teuer sind DAB+-Autoradios und Tabelle

Wie teuer sind DAB+-Autoradios?

Das kommt im Wesentlichen auf die Grösse und Funktionalität an. Gute Einstiegsgeräte in DIN-1-Grösse sind bereits ab rund 100 Franken zu haben. Ordentliche Modelle mit DIN-2-Bauform, die sogar Apple CarPlay oder/und Android Auto unterstützen, gibts ab 400 Franken. Vor dem Kauf sollten Sie sich notieren, über welche Funktionen Ihr Radio verfügen muss. Suchen Sie anhand dieser Kriterien Ihr Modell aus. Einen guten Anhaltspunkt dazu liefert unsere Tabelle unten.

Ist Ihnen der Einbau zu kompliziert, greifen Sie zu einem Adapter wie zum Beispiel dem Pure Highway 600, der rund 170 Franken kostet. Er lässt sich sehr einfach mit bestehenden Autoradios verbinden.

Testübersicht: DAB+-Autoradios ab 121 Franken (Stand: Juni 2021)

© Quelle: Pctipp.ch

Fazit: für jeden das Passende

Im Bereich der Autoradiosysteme hat sich eine Menge getan. Beweis sind die fünf getesteten DAB+-Systeme für Autos, die es in sich haben. Was alle Autoradios in diesem Testfeld verbindet, ist die neue Art, Musik und Radioinfos zu empfangen. Der zugrunde liegende DAB+-Standard sorgt für mehr Auswahl beim Hören, einen besseren Klang und nützliche Fahrinfos. Die drei getesteten DIN-1-Systeme sind schlank und dennoch multifunktional. Wer mehr will, kann ein grösseres DIN-2-Audiosystem wählen oder sich sogar für eines mit Apple- oder Google-Infotainmentsystem entscheiden. Wer sich den Einbau nicht zutraut, greift stattdessen zu einem DAB+-Adapter wie dem Pure Highway 600. Daniel Bader, Leiter Testcenter

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