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Lesedauer 4 Min.

Daten löschen, Programme behalten: Ist das möglich?

Problem: Ich suche nach einem Weg, mein Notebook ohne Neuinstallation weiter zu geben. Das heisst: Alle privaten Daten und Einstellungen komplett löschen, aber das aktivierte Windows und die Programme auf der Festplatte lassen. Gibt es da ein Tool?
PcTipp
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© Quelle: PCtipp.ch

Lösung: Uns ist leider kein Tool bekannt, das dies zuverlässig erreicht, ohne die installierten Programme oder den Windows-Produktschlüssel zu tangieren. Die Weitergabe eines PCs/Notebooks ohne komplette Neuinstallation (allenfalls per Wiederherstellungspartition oder -DVDs) ist sowieso nicht ratsam. Es bleiben immer noch Reste übrig. Am besten greifen Sie zur Systemwiederherstellungs-DVD des PC-Herstellers und setzen das System damit quasi neu auf.

Wichtig: Verwechseln Sie nicht die Windows-eigene Wiederherstellung mit jener des PC/Notebookherstellers. Nur letztere kann das System tatsächlich in den Auslieferzustand zurücksetzen. Das geht bei vielen Geräten übrigens auch über die Recovery-Partition. Dort lagert eine Art Systemabbild, das mit Hersteller-eigenen Werkzeugen zurückgespielt werden kann.

Hierfür drücken Sie gleich nach dem Einschalten des Gerätes eine bestimmte Taste oder Tastenkombination und folgen den Anweisungen. In den PC- oder Notebook-Unterlagen müsste stehen, welche das ist. Falls Sie diese Information nicht finden, versuchen Sie es je nach Hersteller mit folgenden Tasten, die laut Benutzerberichten funktionieren sollten.

Acer eRecovery: Alt gedrückt halten, mehrmals F10 drücken.

Asus System Recovery: F9 oder F10 (ausprobieren) drücken, sobald Asus-Logo erscheint.

Dell Restore Partition: Ctrl+F11 drücken, sobald Dell-Logo erscheint.

HP/Compaq System Recovery: F10 ev. mehrmals drücken, sobald HP-Logo erscheint.

Lenovo: blauen ThinkVantage-Knopf drücken

Medion: mit F3 versuchen

Packard-Bell: Alt+F10

Sony Recovery Partition: F10, sobald Vaio-Logo erscheint

Toshiba Recovery: Taste 0 (Null) gedrückt halten.

Aufpassen: Windows-Produktschlüssel! Bei vielen Herstellern sind die mitgelieferten Windows-Versionen schon ab Werk vor-aktiviert. Die dürften das auch sein, wenn Sie das System ab Recovery-Partition wiederherstellen. Sie bräuchten also den Key nicht extra einzutippen und auch keine Aktivierung durchzuführen. Es ist aber auch möglich, dass der Key nicht enthalten ist. Greifen Sie darum vor dem Wiederherstellungsversuch zu NirSoft ProduKey. Auf der NirSoft-Webseite finden Sie auch einen Downloadlink für eine deutschsprachige Version. Notieren Sie den Key oder drucken Sie einen Screenshot aus. Dies für den Fall, dass der Produktschlüssel auf dem Gerätekleber nicht lesbar oder falsch wäre.

Nach der Wiederherstellung ist ein ziemlich langer Update-Reigen fällig, bei dem zum Glück das meiste automatisch abläuft. Sämtliche Updates/Service-Packs müssen installiert werden. Lassen Sie Ihren PC diese Arbeit verrichten. Die Wiederherstellung ab Wiederherstellungspartition sollte theoretisch sowohl die Nutzerdaten als auch die nach dem PC-Kauf installierten Programme löschen. Prüfen Sie das aber trotzdem nach. Das können Sie auch mit den folgenden Tipps.

Soll es trotzdem unbedingt ohne Neuinstallation/Wiederherstellung klappen? Dann haben Sie etwas Handarbeit vor sich und das Resultat ist unter Umständen nicht vollständig. Versuchen Sie es also: Löschen Sie zuerst die Daten, die Sie ausserhalb der von Windows erstellten Benutzerordener abgelegt haben. Das könnten jene auf zusätzlichen Festplatten oder Partition sein, vielleicht auch welche in von Ihnen erstellten Ordnern direkt auf Laufwerk C:\. Deinstallieren Sie Programme und Add-Ons, die Sie nicht drauf lassen wollen.

Bereinigung durchführen: Nach einem Rechtsklick aufs Laufwerk C:, gefolgt von Eigenschaften erscheint ein neues Fenster, in dem Sie unter Allgemein die Option Bereinigen finden. Unter Windows Vista und 7 können Sie als Systemadministrator auch den Befehl Dateien von allen Benutzern bereinigen auswählen. Führen Sie diese Bereinigungsoptionen durch.

Erstellen Sie via Systemsteuerung/Benutzer einen neuen Benutzer, der (wichtig!) über Administratorrechte verfügt. Starten Sie den PC neu (Reboot!) und loggen Sie sich mit diesem neuen Benutzer ein. Löschen Sie nun von dort aus alle anderen Benutzerkonten. Führen Sie einen weiteren Neustart durch und löschen Sie unter C:\Users\ bzw. C:\Benutzer\ die allenfalls übrig gebliebenen Ordner der gelöschten Benutzerkonten.

Jetzt erstellen Sie einen neuen Systemwiederherstellungspunkt: Ein Klick auf Start, wiederherstellung eintippen und Wiederherstellungspunkt erstellen wählen. Sobald das erledigt ist, starten Sie danach noch einmal die vorhin erwähnte Bereinigung. Werfen Sie aber diesmal einen Blick ins Register Weitere Optionen. Lassen Sie alle Systemwiederherstellungspunkte (mit Ausnahme des letzten) löschen. Falls es sich bei einer der Festplatten um eine herkömmliche Harddisk handelt, können Sie auf dieser noch den freien Platz («Unused disk space») überschreiben lassen. Hierfür greifen Sie beispielsweise zum Eraser.

Sobald das Eraser-Tool den freien Platz geleert hat, können Sie es entweder wieder deinstallieren oder für den neuen Besitzer auf dem Gerät lassen.

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