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Wann die «Portable Version» einer Software benutzen?

Manche Programme gibts sowohl für eine «richtige» Installation im System als auch in Form einer «portablen» Software. Was ist das Für und Wider?
PcTipp
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© Quelle: PCtipp.ch

Normalerweise installieren sich Programme auf Windows-PCs in einen Unterordner von C:\Programme\ oder C:\Programme (x86). Nun gibts auch Anwendungen, die eine «portable» Installation anbieten. Meistens sind es separate Downloads; eher selten bietet ein Installer die Alternativen (normale Installation oder portable Installation) im selben Download an.

  • Was ist eigentlich der Unterschied?
  • Und sollte man im Zweifel nicht ohnehin zur portablen Variante greifen?

Normal versus portabel

Bei gewöhnlichen Installationen erstellt der Programm-Installer einen Ordner innerhalb von C:\Programme\ oder C:\Programme (x86)\. In diesem landen die eigentlichen Programmdateien. Das ist mindestens die ausführbare Haupt-Datei (mit Endung .exe), meistens auch noch einige Programmbibliotheken, Hilfsprogramme, allenfalls die Hilfedateien, im Programm genutzte Grafikelemente und Anderes. Ausserdem erstellt eine Software meistens auch ein paar Einträge in der Windows-Registrierdatenbank, damit Windows weiss, welche Dateien mit diesem Programm geöffnet werden können. Gelegentlich schreiben Programm-Installer auch ein paar Dateien in den Windows-Ordner (C:\Windows\). Eine auf herkömmliche Art installierte Software erscheint auch stets in der Windows-Systemsteuerung unter Programme und Features. Nicht zuletzt erstellt eine herkömmliche Programminstallation auch Start- und Hilfe-Einträge im Startmenü sowie allenfalls eine Verknüpfung auf dem Desktop. Das alles heisst: Sie ist vollumfänglich im System registriert.

Eine spätere Deinstallation kann (und muss) daher auch wieder via Systemsteuerung/Programme und Features erfolgen.

Die Daten und Einstellungen, die Sie in einem normal installierten Programm erzeugen oder vornehmen, kommen üblicherweise in einem weiteren, durch das Programm erstellten Ordner in Ihrem Benutzerprofil (C:\Users\IhrName\AppData\) zu liegen.

Eine «portable» Version installiert sich völlig anders. Das Konzept einer portablen Software (darum: portabel) wäre, dass man als Installationsziel einen USB-Stick verwendet.

Sie erstellt an einem frei wählbaren Ort (eben: etwa auf einem USB-Stick) einen Ordner und kopiert alle Programdateien in diesen hinein. Es gibt keinen Eintrag in der Systemsteuerung, meist keinerlei Einträge in der Windows-Registry und auch keinen Ordner mit Dateien oder Einstellungen innerhalb von AppData. Es fehlen auch Programmeinträge im Startmenü. Die aus einem portablen Programm resultierenden Dateien und Einstellungen kommen normalerweise ebenfalls in diesem einen Ordner zu liegen. Damit kann man das Programm «mitnehmen»: Programm beenden, USB-Stick entfernen und am nächsten PC wieder einstecken und das Programm ab USB-Stick wieder starten.

Wenn man das Programm deinstallieren will, braucht man bloss den Ordner zu löschen, in welchem die portable Software alles (Programmdateien, Einstellungen, Daten usw.) gespeichert hat.

Sollte man immer die portable Version nehmen?

Das alles klingt fast, als wäre die portable Version einer Anwendung weniger «invasiv» und daher auch zu bevorzugen, wenn man die Software nicht auf einem USB-Stick haben will. Soll man das tun?

Das ist aus verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Eine korrekt im System registrierte Software geniesst doch ein paar Vorteile. Sie ist wegen der besseren Integration (Startmenü, Kontextmenüs, Systemsteuerung) zum einen bequemer zu benutzen. Ausserdem sind Dateien in den Programme-Ordnern normalerweise vor unerlaubten Veränderungen geschützt. Ohne Administrator-Rechte darf man darin nichts verändern, löschen oder hinzufügen. Damit ist der Schutz vor böswilligem Überschreiben durch eine Malware bei herkömmlichen Programm-Installationen besser. Programm-Dateien auf einem USB-Stick oder in einem anderen Ordner, den Sie erstellen, laufen eher Gefahr, infiziert oder durch schädliche Versionen ausgtauscht zu werden.

Zudem nutzen Programme auch Windows-eigene Komponenten. Die werden beim Windows-Update aktualisiert, falls Sicherheitslücken entdeckt werden. Portable Programme legen Versionen mancher dieser Komponenten in den eigenen Ordner ab – und dort werden sie beim Windows-Update übersehen. Es läge in der Hand des Entwicklers einer portablen Software, dem Nutzer zeitnahe Updates anzubieten.

Und apropos Updates: Ein portables Programm ist meist komplizierter zu aktualisieren als ein richtig installiertes. Häufig muss man es neu herunterladen und manuell wieder in den Ordner entzippen. Ausserdem gibt es nur von wenigen Anwendungen tatsächlich eine portable Version.

Wann soll man portable Versionen von Anwendungen nutzen?

Es gibt hauptsächlich zwei Szenarien, in denen Sie eher zu einer portablen Version einer Anwendung greifen.

Die eine ist natürlich die portable Anwendung auf dem USB-Stick oder einer USB-Festplatte. Wenn es sich um ein Programm handelt, das Sie mitsamt der enthaltenen Daten tatsächlich gerne überall hin mitnehmen würden, kommt die portable Installation in Frage.

Einige Beispiele: System-Administratoren haben oft einen USB-Stick dabei, auf welchem portable Versionen ihrer bevorzugten Systemwerkzeuge liegen. Da sind sie schneller griffbereit als per Download. Manche Nutzer nehmen auch ihre KeePass-Passwortdatenbank inklusive Anwendung in einer portablen Version auf einem USB-Stick mit. Es muss auch kein USB-Stick sein, sondern kann sich um eine USB-Festplatte handeln. Es kann etwa bei einer Software zum Archivieren von Mails (wie MailStore) ebenfalls nützlich sein, die Anwendung mitsamt dem Archiv auf eine USB-Festplatte auszulagern. Nach dem Archivieren der Mails können Sie das Laufwerk wieder vom PC trennen. Für den Zugriff aufs Archiv stöpseln Sie die Platte an einem beliebigen Windows-Rechner an und haben dort nicht nur die Archivdaten, sondern auch die zugehörige Software wieder griffbereit.

Das zweite Szenario ist eins, bei dem wir System-Administratoren bitten müssen, wegzuhören. Auf Firmen-PCs ist den Nutzern die Installation von Programmen meist nicht erlaubt. Häufig funktionieren zusätzliche Programme aber trotzdem, wenn man sie als portable Versionen im eigenen Dokumente-Ordner ablegt von von dort aus ausführt.

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