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Lesedauer 5 Min.

WLAN-Antenne im Eigenbau

Das Problem kennen viele: Der WLAN-Router funkt nicht bis zur Gegenstelle. Wie lässt sich die Reichweite vergrössern? Mit einer selbstgebauten Dosen-Antenne. So gehts.
© Quelle: PCtipp.ch

Die Idee

Eine gute WLAN-Antenne kostet oft mehr Geld als ein WLAN-Router oder Access-Point. Die Materialkosten sind sehr gering und das benötigte Zubehör lässt sich bis auf die Antennenstecker und evtl. das Antennenkabel in nahezu jedem Haushalt finden. Der Aufwand für den Selbstbau einer WLAN-Antenne beträgt maximal 1 bis 2 Tage.

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Mehr Reichweite und Abdeckung

Der grösste Vorteil einer Selbstbau-Antenne ist ihr günstiger Preis. Und: Ein großer Teil des Materials ist sogar in den meisten Haushalten verfügbar. WLAN-Antennen können z. B. aus einer CD-Spindel, einer Blech-Dose oder aber aus Antennenkabel selbst gebaut werden. Mit relativ geringem Aufwand kann man eine Antenne bauen, die einen Antennengewinn von 8-16 dBi (mitgelieferte Antenne: etwa 1-2 dBi) hat und somit die Signalqualität innerhalb des Funknetzwerks um den Faktor 2 bis 3 steigern. Auch der Datendurchsatz wird deutlich gesteigert. Folgende drei Antennen-Typen gibt es:

Rundstrahler: Diese Antennenform deckt eine grosse Fläche ab. Rundstrahler eignen sich in Gebäuden und im Aussen-bereich für die Abdeckung eine Platzes oder Konferenzsaals. Rundstrahler haben eine vergleichsweise geringe Reichweite, aber einen grossen Radius.

Sektorantenne: Diese Antennenform eignet sich zur Bereichsabdeckung, und strahlt nur in einem gewissen Winkel ab. Sie sind für den Einsatz zwischen zwei Häusern konzipiert, besitzen nur ein kleiner Abstrahlwinkel. Die Vorteile sind eine höhere Reichweite.

Richtantenne: Diese Antennenform eignet sich nur für Punkt zu Punkt-Verbindungen und wird verwendet, um zwei Gebäude oder zu vernetzen. Richtantennen erzielen einen grossen Gewinn, bei sehr kleinen Winkeln. Deshalb ist Ausrichtung der Antenne wichtig, da sich die Verbindungsqualität bei kleinen Abweichungen verschlechtert.

Auf der nächsten Seite erklärt der PCtipp den Bau einer Richtantenne.

Achtung: Löterfahrung und technisches Verständnis werden beim Zusammenbau unbedingt vorausgesetzt. Bei Unsicherheit nehmen Sie, wenn möglich, Hilfe in Anspruch.

Bau: Richtantenne

Bau: Richtantenne

© Quelle: PCtipp.ch

Die Lösung: Bauen Sie sich mit einer Blechdose eine eigene WLAN-Antenne, Screen X. Sie benötigen dazu eine Blechdose, ein kurzes Tischbein (vom Baumark) und ein 1 Meter langes Kabel (RG 58 mit Antennennormstecker SMA 03-RP). Zum Zusammenbau benötigen Sie zusätzlich einen Schraubenzieher, eine Zange und einen Lötkolben. Die Reichweite lässt sich mit der Antenne um ca. 30 bis 50 Prozent vergrössern.

© Quelle: PCtipp.ch

Und so gehts: Nehmen Sie jetzt eine Blechdose. Gehen Sie auf diese Webseite. Hier finden Sie die komplette Bauanleitung für Ihre Richtstrahlantenne. Der Text ist in Englisch aber meist selbsterklärend. Besonders gelungen ist der in die Webseite eingebaute Calculator (im ein Kästchen, direkt unterhalb der Tabelle). Klicken Sie darauf, gelangen Sie auf eine Seite, bei der ein Tool die von Ihnen eingegebenen Parameter auswertet, um die optimale Richtantenne zu bauen. Bohren Sie entsprechend der Anleitung die Löcher in Ihre Dose. Nehmen Sie nun das RG 58-Kabel und befestigen Sie es mit Hilfe der vorgebohrten Löcher am SMA RP-03-Stecker. Den Achtung: Lassen Sie sich Zeit, und gehen Sie behutsam vor. Neben dem Selbstbau können Sie im Elektrofachhandel (z.B. Conrad, www.conrad.ch) auch ein fertig gelötetes Kabel kaufen. Den blanken Kupferdraht stecken Sie in den Stecker – in der von Ihnen berechneten Länge (Anleitung siehe obige Webseite). Auf der anderen Seite des Kabels löten Sie nun einen passenden Stecker an, um das Kabel danach mit Ihrem Router oder Access-Point zu verbinden.

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Gehen Sie wie folgt vor:

- Isolieren Sie das Kabel ab

- Stecken Sie die Pin-Buchse auf den Innenleiter und löten Sie Sie an.

- Schieben Sie die Hülse auf das Kabel

- Stecken Sie das Kabel mit Pin-Buchse in Stecker hinein,

- Crimpen Sie die Hülse mit der Crimpzange crimpen, alternativ können Sie auch anlöten und das Kabel mit einem Schrumpfschlauch überziehen (vorher!) - fertig.

Tipp: Ein bereits fertig gebautes Kabel können Sie auch in einem gut sortierten Elektrofachgeschäft kaufen (z.B. Conrad).

Zum Schluss verbinden Sie nun das Kabel auf der anderen Seite mit Ihrem Access-Point oder Router. Um die Signalstärke auf einer Gegenstelle (z.B. Notebook mit WLAN) auszumessen, können Sie das Gratis-Tool Netstumbler (Webcode 31206) verwenden.

Hintergrund: Diese Antennenform beruht auf dem Prinzip eines Dosenerregers. Darunter versteht man eine Resonanz – Antenne, die die Funkwellen verstärkt. Grundlage für die Verwendung der Dose ist die Tatsache, dass die Funkwelle, die auf die Dose trifft, sich in der Dose langsamer ausbreitet als in der freien Luft. Da die Dose an einem Ende geschlossen ist, wird die Welle reflektiert und es ergibt sich eine Stehwelle, die an bestimmten Stellen verstärkt oder geschwächt wird. Montiert man an der richtigen Stelle einen Antennenstab mit einem Viertel der Wellenlänge (?/4), so erhält man ein verstärktes Signal. Die Qualität dieser Antenne ist abhängig von dem Durchmesser und der Länge der Dose. Tipp: Setzt man vor diese Dose noch einen Trichter, kann man einen Antennengewinn von ca. 14 dBi erreichen. Allerdings muss sie genau ausgerichtet werden.

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