Gaming-Tastatur
Im Test – Logitech G512 X
Im Gaming-Bereich verdrängen die neuen magnetischen Tastaturen die etablierten mechanischen Exemplare zunehmend. Nicht ohne Grund: Magnetische Tasten bieten klare Vorteile beim Zocken wie einstellbare Auslösepunkte, schnellere Reaktionszeiten, Tastenpriorisierungen und weniger Verschleiss. Die Logitech G 512 X will das bewährte Tippgefühl einer mechanischen Tastatur mit den Vorteilen einer magnetischen Tastatur kombinieren. Die Tastatur ist als 75-Prozent-Variante ohne Nummernblock oder mit Nummernblock im leicht reduzierten 98-Prozent-Layout erhältlich.
Die Logitech G512 X ist sowohl mechanische als auch magnetische Tastatur
LogitechMechanisch und magnetisch
Wie Logitech das anstellt? 39 Tastenplätze unterstützen sowohl mechanische als auch analoge Switches. Das heisst, es lassen sich sowohl gängige mechanische Schalter als auch magnetische Schalter einsetzen. Passen sollen laut Logitech die meisten 3-Pin/5-Pin-Schalter.
Neun analoge Schalter werden gleich mitgeliefert und verstecken sich auf der Rückseite der Tastatur
LogitechBei den magnetischen Schaltern setzt Logitech auf die TMR-Technologie (Tunnel Magnetoresistance), die gegenüber den älteren Hall-Effect-Switches mehr Präzision, eine bessere Signalstabilität und weniger Stromverbrauch bietet, dafür aber auch teurer ist. Zudem sind TMR-Schalter wie erwähnt mit normalen 3-Pin/5-Pin-Schalterbetten kompatibel.
Ein Wermutstropfen: Logitech hat sich entschieden, nur 39 Plätze für TMR-Schalter zu reservieren. Die befinden sich vornehmlich auf der linken Tastaturseite. Linkshänder haben das Nachsehen, da diese zum Steuern der Game-Figuren via Tastatur die rechte Hand benutzen und mit der linken Hand die Maus halten. Hier hat Logitech an der falschen Stelle gespart.
Die TMR-Switches lassen sich hauptsächlich auf der linken Seite einsetzen oder auf den vier Pfeilen rechts
PCtippLob verdient hingegen, dass Logitech gleich neun TMR-Switches mitliefert. Sie sind in einem praktischen Fach auf der Tastaturrückseite untergebracht. Die passenden Werkzeuge zum Entfernen der Tastaturkappen und der Schalter sind im Lieferumfang enthalten. Genial: Diese können auch gleich als Tastaturfüsse verwendet werden, um den Neigungswinkel anzuheben. Sie halten stabil und rutschen nicht. Eine Handballenauflage ist nur optional erhältlich.
Clever: Die Werkzeuge zum Wechseln der Switches lassen sich auch als Standfüsse verwenden
LogitechDer Tausch der Schalter ist dank der Werkzeuge ein Leichtes. Er kann auch bei eingeschalteter Tastatur durchgeführt werden. Ein Druck auf den Scan-Knopf auf der Rückseite der Tastatur reicht nach dem Tausch, um die neuen Switches zu erkennen.
Smart verpackt
Bezüglich Designs hat Logitech bei der G 512 X einiges an Gehirnschmalz investiert. Die integrierten TMR-Schalter und die Wechselwerkzeuge habe ich schon erwähnt. Zudem finden sich auf der Rückseite unten noch fünf SAPP-Ringe. Die Abkürzung steht für Second Actuation Pressure Point. Sie werden unter die Tastaturkappe gesetzt und ermöglichen einen zweiten Auslösepunkt. So lassen sich mit einer Taste zwei Aktionen ausführen. Diese können in der Logitechs G-Hub-Software definiert werden. Das Spüren der zwei Auslösepunkte erfordert allerdings etwas Feingefühl und Übung. Zudem fühlen sich die Tasten mit eingesetzten Ringen schwammiger an.
An Zubehör geizt Logitech bei der G512 X nicht
LogitechDie Tastatur besteht aus Kunststoff, ist aber hochwertig und robust. Die Verarbeitung ist tadellos. Verbunden wird die G512 X per USB-C-zu-A-Kabel mit dem Rechner. Eine Funkverbindung gibt es nicht. Grund ist die hohe Signalstärke von 8 kHz, die für Profi-Gamer ein Muss und ein wahrer Batteriefresser ist.
Viele Einstellungsmöglichkeiten
Das A und O bei einer Tastatur mit Magnetschaltern ist die Software. Hier setzt Logitech auf seine bewährte G-Hub-Anwendung. Diese ist übersichtlich und klar strukturiert. Einziger Kritikpunkt: Beim Windows-Start dauert es bei mir eine Weile, bis sie sämtliche Einstellungen für Maus und Tastatur geladen hat. Ansonsten gibt es nichts zu bemängeln. Es lassen sich zahlreiche Lichteffekte anwenden, wobei die Leiste unten und die Tasten sogar getrennt angesteuert werden können. Die Beleuchtung kann sehr hell eingestellt werden. Die Beleuchtung ist notwendig, da ohne Hintergrundlicht die Tasten bei meiner schwarzen Tastaturvariante gar nicht ablesbar sind.
Die Beleuchtungseinstellungen lassen keine Wünsche offen
PCtippAlle Tasten lassen sich individuell anpassen – von Aktionen über Befehle und Makros bis hin zu System- sowie Tastenfunktionen, wobei sogar das Auslöseereignis konfigurierbar ist (drücken, halten etc.). Dasselbe gilt für die magnetischen Schalter. Ob Bestätigungsdruck (0,1 bis 4 mm), Schnellauslöser (0,1 bis 2 mm) oder Tastenpriorität; alles ist möglich, intuitiv einstellbar und funktioniert tadellos. Die Vorteile beim Gaming sind klar spürbar.
Alle wichtigen Gaming-Features für magnetische Schalter sind dabei
PCtippAuch die mechanischen Schalter überzeugen. Sie klappern nicht, reagieren präzise und knackig. Sie tippen sich angenehm; auch beim Schreiben. In meiner Tastatur sind die Tactile-Switches verbaut. Die Tasten sind eher leise. Sie klingen etwas dumpf und wenig spektakulär. Wer gerne das cremige, hohe Klackern von mechanischen Tastaturen hat, wird es hier nicht finden.
Fazit: clevere Idee
Eine mechanische Tastatur mit einer analogen zu kombinieren, ist eine clevere Idee. Logitech hat das in einer hochwertigen, robusten und schönen Tastatur umgesetzt. Der Wechsel der Schalter ist einfach und funktioniert problemlos, die Software bietet alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten. Das hat allerdings seinen Preis. Die G512 X ist teuer. Schade ist auch, dass sich nicht alle Tasten mit magnetischen Switches belegen lassen.
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