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Lesedauer 6 Min.

Mähroboter Navimow Segway X420E im PCtipp-Test

Das Auge rasiert mit: Navimows X420E sieht nicht nur schnittig aus, sondern arbeitet auch so. Der Hersteller empfiehlt den vollautomatischen Rasenpfleger mit Doppelklingensystem für wellige bis hochgradig unebene Flächen von maximal 84 Prozent Steigung und einer Abdeckung von bis zu 2000 Quadratmetern. Der PCtipp-Test zeigt, ob die Rechnung aufgeht.

Navimow/Segway Mähroboter X420E im PCtipp-Test

© PCtipp

Der Segway Navimow X420E AWD richtet sich an Eigenheimbesitzer mit grossen, verwinkelten Grundstücken und anspruchsvollem Gelände. Das Modell eignet sich für Rasenflächen von bis zu 2000 Quadratmeter. Anwesen mit steilen Hanglagen, unebenen Wiesen oder vielen Hindernissen profitieren von der Traktion und der Begrenzungskabel-freien Navigation. Der Allrad-Mähroboter bewältigt zudem auch verwilderte Wiesen und extreme Steigungen. Die drei Highlights: Der Xero-Turn-Allradantrieb (AWD) für Hänge bis 84 Prozent Steigung, die satellitengestützten EFLS-Navigation ohne Begrenzungskabel sowie das breite «MowMentum»-Doppelscheiben-Mähdeck mit 43-cm-Schnittbreite. Optional ist eine passende Überdachung für die Ladestation erhältlich. Hinweis: Der Hersteller vertreibt das Modell in Europa  unter dem Namen X420E («E» = Europa), in Übersee wird das identische Modell ohne den Zusatz «E» verkauft. In der Schweiz läuft der Mäher also unter dem Namen X420E.

Bildergalerie Navimow/Segway X420E im PCtipp-Test

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Lieferumfang und 4G-Konnektivität

Der Lieferumfang umfasst den Mähroboter, die Ladestation mit Netzteil, Befestigungsschrauben, Ersatzklingen sowie eine physische GNSS-Antenne nebst Antennenmastsatz und Signalverstärker. Die Erstinstallation gelingt schnell und «stressfrei» - eben ohne das Verlegen von Begrenzungskabeln im Erdreich. Zunächst wird die Ladestation an einer gut zugänglichen Stelle platziert und mit dem Stromnetz verbunden. Bei der Inbetriebnahme muss meist keine externe RTK-Antenne montiert werden. Der Mäher verbindet sich direkt über das integrierte 4G-Mobilfunknetz mit dem Network-RTK-Dienst (NRTK). Dem Gerät liegt dafür das 4G-Konnektivitätspaket «Navimow Connect+» inklusive einjährigem Daten- und Schutzdienst bei. Dieser Dienst beinhaltet das Mobilfunk-Datenvolumen für Korrekturdaten, die Echtzeit-Fernsteuerung von überall sowie den GPS-Diebstahlschutz mit Geofence-Alarm. Nach dem ersten Jahr erlischt die kostenlose 4G-Verbindung automatisch. Es findet keine automatische Verlängerung statt; der Dienst muss bei Bedarf aktiv in der App verlängert werden. Die Verlängerung kostet ca. Fr 29.90 pro Jahr. Nur damit es gesagt ist: Wird der Dienst nicht verlängert, stellt das Gerät den Betrieb natürlich nicht ein. Der Ortungsdienst und die Zentimeter-Präzision funktionieren über die Satelliten weiterhin uneingeschränkt. Einzig für die anfallenden Korrekturdaten muss in diesem Fall die mitgelieferte GNSS-Antenne im Garten montiert werden. Die Montage der Antenne lohnt sich auch immer dann, wenn auf dem Grundstück Funklöcher im Mobilfunknetz bestehen. Bei unserem Testgelände (800 Meter Höhe, verwinkeltes Grundstück mit Bäumen, Gartenhaus, Gefahrenzonen wie Pool teils starke Abhänge, grosse Steine und weitere «Hindernisse») gab es keine Aussetzer.

Navimow X420E: Das alles gibts für knapp Fr. 2100.- 

© PCtipp

Einrichtung und App-Steuerung

Vor dem Erstellen der Karte stand zwingend ein Firmware-Update über die App an. Die Aktualisierung stellte u.a. sicher, dass Navigation und Hinderniserkennung auf dem neuesten Stand arbeiteten. Per Navimow-App wurde der Roboter anschliessend virtuell an den Grundstücksgrenzen entlanggesteuert. Alternativ unterstützte die «GeoSketch»-Funktion (KI-gestützte Kartierungs- und Visualisierungsfunktion) das automatische Kartieren. Beim ersten Kartieren agierte der X420E recht vorsichtig. Sehr enge Passagen wurden von der Automatik zunächst ignoriert, um ein Feststecken zu vermeiden. Das liess sich in der App manuell anpassen: Unter den Karteneinstellungen wurde der Roboter per App-Joystick gezielt durch die schmale Passage gesteuert oder die Zone wurde auf der Karte digital nachbearbeitet.
Die Navimow-App dient als Schaltzentrale. Auf der visuellen Echtzeit-Karte liessen sich Grundstücksbereiche in verschiedene Mähzonen unterteilen oder Sperrzonen festlegen. Die Schnitthöhe liess sich direkt in der App zwischen 20 mm und 95 mm anpassen. Individuelle Mähpläne, Schnitthöhen und Wetter-Regeln (wie automatisches Pausieren bei Regen) können ebenso in dem Mini-Tool konfiguriert werden. Um Fahrspuren zu vermeiden, variiert der Mäher auf Wunsch den Schnittwinkel bei jedem Durchgang. Ein spezielles Goodie war die visuelle Ortung EFLS 2.0, welche die Kameradaten unter Bäumen zur Navigation nutzt. Zudem informiert die Anwendung per Push-Nachricht über den Mähstatus. Der Diebstahlschutz war im Test über GPS-Tracking sowie Geofence-Alarm eingebunden.

Praxistest auf dem Gelände

Im PCtipp-Test verarbeitete das Gerät eine Testfläche von rund 1200 Quadratmeter völlig selbstständig. Der 10-Ah-Lithium-Ionen-Akku lieferte pro Durchgang eine Mähzeit von rund 90 Minuten bei voller Ladung. Das Schnellladesystem lud den Akku in etwa 75 Minuten wieder auf. Das doppelte Schneidwerk mit 12 Klingen sorgte für ein sauberes Schnittbild. Durch die rasenschonende «Xero-Turn»-Lenkung wendete der Mäher am Hang auf der Stelle, ohne  gross Spuren im Gras zu hinterlassen.
Selbst steile Hänge bis zu 87 Prozent (!)  Steigung stellten für den Allradantrieb kein Problem dar. Nach verrichteter Arbeit oder bei niedrigem Akkustand fand der X420E in die Ladestation zurück (siehe auch Video). Bei der Hinderniserkennung zeigte sich ein differenziertes Bild: Hindernisse wie Sandkasten, eine Stein-Feuerstelle oder im Gras liegende Bälle wurden im Testverlauf top und berührungslos umfahren. Selbst Maschen von Fussballtoren erkannte die Kamerasensorik zuverlässig als Hindernis. Probleme gab es hingegen bei sehr feinen Zäunen; diese waren schlicht zu dünn und wurden von der Optik nicht als Barriere registriert. Bei (zu) steilen Abhängen über den genannten 87 Prozent erwies es sich im Test allerdings als zwingend notwendig, vorab eine genaue Sperrzone in der App zu definieren.
 

Navimow X420E: 87-Prozent-Steigung gemeistert

© PCtipp

Verbinden, was zusammengehört: Ein besonderes Highlight der Multizonen-Steuerung zeigte sich beim Befahren der schmalen, unterhalb gelegenen Zusatz-Rasenfläche. Dieses rund 20 Quadratmeter grosse Teilstück erreichten wir im PCtipp-Test, indem wir den X420E seitlich am Grundstücksrand entlanglotsten. Über die Navimow-App liess sich dieser kleine Abschnitt als eigenständige Zone anlegen und mit der Hauptfläche verknüpfen. Dazu erstellten wir in der App einen virtuellen Verbindungskanal. Über diesen vordefinierten Pfad navigierte der Mähroboter mit ausgeschaltetem Schneidwerk eben von der Haupt- zu dieser «Seitenzone». Um das Risiko durch vorbeifahrende Autos zumindest einzugrenzen, stellten wir ein verkehrsarme Mähfenster (Sonntag: 18h) ein. Zusätzlich sicherte das eingeschaltete «VisionFence»-System den Weg ab, um bei Hindernissen sofort zu stoppen. Achtung: Die Überquerung oder Befahrung von öffentlichen Strassen ist in der Schweiz rechtlich nicht erlaubt! Hersteller schreiben vor, dass Verbindungskanäle ausschliesslich über privates Terrain führen dürfen. Wer den Mähroboter dennoch am öffentlichen Strassenrand fahren lässt, handelt auf eigenes Risiko und haftet im Schadensfall vollumfänglich.

Navimow X420E: Erinnert mit seinem Seitenflügel an einen Formel-Eins-Flitzer

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Fazit

Der Segway Navimow X420E AWD ist ein leistungsstarkes Kraftpaket für anspruchsvolle Grundstücke. Die Kombination aus Allradantrieb, sehr hoher Steigfähigkeit und präziser Satellitennavigation überzeugte in der Rasenpflege. Der Hersteller gibt seinem Premium-Mäher nicht nur ein vollständiges Zubehörpaket an die Seite. Auch die Inbetriebnahme respektive das Mähen überzeugt von Anfang an: Die Ersteinrichtung per App ist schnell erledigt, die Bedienung intuitiv. Für kleine, flache Standardgärten ist das Gerät allerdings fast schon überdimensioniert. Für weitläufige, steile oder unebene Rasenflächen bis 2000 Quadratmeter gehört das Modell zu den aktuellen Top-Lösungen am Markt.

Testergebnisse

Ausgezeichnet

  • Traktion am Hang im Test bis 87 %, schnelle App-Einrichtung (Navimow), kurze Aufladezeit, Hinderniserkennung, rasenschonendes Wendemanöver
  • Eigengewicht, feine Zäune werden teils nicht erkannt (Sperrzone erforderlich), für kleine und flache Rasenflächen überdimensioniert

Details: Für Rasenflächen bis 2000 m², Allradantrieb (AWD), bis 84 % Steigung, kabellose EFLS-Satellitennavigation, 43 cm Schnittbreite (Doppelscheibe, 12 Klingen), Schnitthöhe 20–95 mm (elektrisch verstellbar), Mähzeit 90 Min., Aufladezeit 75 Min. (10 Ah Akku), KI-Hinderniserkennung, Zonenmanagement, IP66, 28.8 kg
Strassenpreis: Fr. 2080.-
Gesehen bei: www.brack.ch

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