Wasser marsch!
Smartes Bewässerungssystem Mova L10 im PCtipp-Test
Das Mova L10 ist eine KI-basierte, «intelligente» Oberflächen-Gartenbewässerung. Konkret handelt es sich dabei um einen sogenannten Impuls- und Sektorenregner. Im Vergleich zu einem klassischen, starr kreisenden Rasensprenger passt der L10 dynamisch die Wasser-Wurfweite und den Drehwinkel an, um die Rasenflächen möglichst konturengenau zu bewässern, und Fehlspritzungen auf Terrassen oder Hauswände zu minimieren. Das kabellose System richtet sich damit an Gartenbesitzer, die ohne aufwendige Tiefbauarbeiten eine automatisierte Bewässerung benötigen, so der Hersteller.
Das System wird dazu einsatzbereit geliefert. Neben der Sprinklereinheit befinden sich zwei stabile Boden-Basisplatten (eine bereits vormontiert), insgesamt acht Befestigungserdnägel aus Kunststoff, ein alternatives Wechselsprühkopf-Modul für feinen Sprühnebel sowie eine physische QR-Code-Positionierungskarte im Paket. Für die Wasserzufuhr legt der Hersteller gängige Klick-Schnellkupplungen für Halbzoll- (1/2 Zoll) und Dreiviertelzoll-Schläuche (3/4 Zoll) bei. Ein USB-C-Ladekabel für die Erstladung an der Steckdose vervollständigt das Zubehör. Ein Netzgerät fehlt dagegen. Und auch eine Abdeckung oder Schutzdach gegen Hagel sucht man vergebens, dafür besitzt das Gehäuse eine IPX6-Zertifizierung gegen starkes Strahlwasser. Die Garantie beträgt drei Jahre.
Mova L10: Verpackungsinhalt
PCtippAusstattung und Technik
Das Herzstück des Mova L10 ist die mechanisch-elektronische «ContourJet»-Steuerung. Ein integrierter Stellmotor reguliert während der 360-Grad-Rotation kontinuierlich die Neigung und den Durchfluss der Düse, um die Wurfweite variabel anzupassen. Das System ist als reines Oberflächensystem konzipiert und erfordert kein Verlegen von Unterflurrohren. Die maximale Abdeckungsfläche liegt bei optimalem Wasserdruck (mindestens 3 Bar) bei 500 Quadratmetern, was einem maximalen Radius von etwa 13 Metern entspricht (AKreis = Pi*r2). (Pi = Kreiszahl, ca.: 3.142). Für die Energieversorgung sorgt ein integrierter Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 7800 mAh. Dieser wird über ein auf der Oberseite eingelassenes Solarpanel permanent nachgeladen. Im reinen Solarbetrieb genügen laut Datenblatt rund drei Stunden ideale Sonneneinstrahlung für eine autarke Laufzeit von knapp vier Stunden Bewässerung. Für die Integration in das Heimnetzwerk nutzt das Gerät ein kombiniertes WLAN- (2,4 GHz) und Bluetooth-Modul. An der Oberseite ist zudem ein mechanischer Regensensor verbaut.
L10: deckt im optimalen Fall 500 Quadratmeter ab
MovaDie Inbetriebnahme
Die Konfiguration des Bewässerungssystems wird über die MOVAhome-App vorgenommen. Für die Erstellung der virtuellen Bewässerungskarte stehen dem Nutzer zwei Wege offen: Besitzt man bereits einen kompatiblen Mähroboter desselben Herstellers, lässt sich dessen bestehende Gartenkarte per «One-Tap Map Sync» innerhalb einer Minute fehlerfrei in die Bewässerungs-App übertragen. Wir haben dies mit unserem Testgerät, dem Mova-LiDAX-Ultra-1000-Mähroboter (hier gehts zum ausführlichen PCtipp-Test(https://www.pctipp.ch/themen/tests/maehroboter-mova-lidax-ultra-1000-im-pctipp-test)) erfolgreich auch ausprobiert. Liegt jedoch keine Mähroboter-Karte, und davon ist in der Regel auszugehen, vor, erfolgt die Kartierung manuell über das Smartphone, indem der Gartenumriss schrittweise in der App-Oberfläche als Polygon-Gitternetzstruktur definiert wird. Und das ist recht umständlich: Dazu wird der L10 am besten mittig in der Rasenfläche (optimaler Radius) platziert, danach, wie in einer Art Joystick-Steuerung der Wasserauswurf des Sprinklers in Weite und Richtung manuell eingestellt. Mit einem Tipp auf «+» und (-) wird die Weite eingestellt, daneben kann die ebenso per Tipp auf den angezeigten Kreis die Position des Wasserauswurfs bestimmt werden. Hat man so den Sektor respektive 360°-Grad-Kreis per Tipp auf den Button «Schliessen» vollendet, muss man ihn noch speichern. Fertig. Was sich in der Theorie ganz einfach anhört, ist in der Praxis für unseren Geschmack umständlich. Erstens reagiert der Drehmechanismus des Schrittmotors des L10s recht verzögert, was einfach einen genauen Stopp erschwert. Zweitens ist die Wasserwurfweite beim Erstellen der (manuellen) Karte sehr stark vom Wind abhängig – mehr noch wie bei klassischen Systemen, weil eben das L10-System mit nur einem Strahl rotiert, und eben nicht parallel mehrere Wasserstrahlen abgibt.
Die MovaHome-App bindet den L10-Sprinkler ein
PCtippEntscheidet man sich für den Abgleich einer zuvor von einem Mova-Rasenmäher erstellten Karten, ist das deutlich einfacher. Dann wird die Karte, automatisch an das L10-Bewässerungssystem vom Rasenmäher übertragen, indem dieser einfach direkt vor die Karte (angebracht am L10) fährt. Die interne Optik des L10 kalibriert daraufhin seine exakte Ausrichtung und Position. So oder so: Nach der Kartenerstellung fordert die App den Anwender auf, die physische QR-Positionierungskarte flach vor dem installierten Sprinkler auf dem Boden zu platzieren. In der App-Zonenverwaltung lassen sich daraufhin individuelle Bewässerungstiefen für verschiedene Bodenbeschaffenheiten (z.B. sandiger Boden, schwerer Lehm, trockener Boden) sowie flexible Zeitpläne hinterlegen. Die Software gleicht diese Pläne kontinuierlich mit lokalen Online-Wetterberichten ab und sendet bei angekündigtem Niederschlag proaktiv eine Warnung, um den anstehenden Bewässerungszyklus zu überspringen. Das Multi-Map-Management erlaubt es zudem, das Gerät mittels der zweiten Basisplatte beispielsweise im Vorder- und Hintergarten zu betreiben, wobei in der App einfach die jeweils passende Karte per Fingertipp aktiviert wird.
Einfache Installation und Synchronisation
MovaBedienung und Praxis-Test
Das physische Interface am Gerät ist auf ein Minimum reduziert. Die LED auf der Oberseite, um den Ein-/Ausschaltknopf herum, zeigt an, ob sich das Gerät im Pairing-Modus (blau blinkend) oder betriebsbereit (grün leuchtend ist). Der Ein-/Ausschalter selbst ist geschützt unter einer Gummiabdeckung. Der Wechsel zwischen dem Standard-Rotationskopf für Rasenflächen und dem Nebelsprühkopf für empfindliche Beete wird physisch per Hand durch einen Druck auf den seitlichen Knopf des Rotationskopfes erfolgen. Anschliessend muss der gewechselte Düsentyp in der App bestätigt werden, damit die berechneten Wurfweiten-Algorithmen korrekt angepasst werden.
Im Praxis-Test machte der L10 genau das, was ihm die Kartierung vorgibt, nämlich die exakte Einhaltung der vordefinierten Rasengeometrie. Bei einer winkligen Rasenfläche mit angrenzender Holzterrasse regulierte der Stellmotor die Spritzweite beim Überfahren der Terrassenkante spürbar herunter, sodass die Dielen trocken blieben. Weinen dicken Strich durch die Rechnung machte dem Gerät, zumindest bei unseren Tests der Wind. Gerade die L10-Wasserweitwurfdüse war leider sehr anfällig für Böen, sodass Distanz nicht immer eingehalten werden konnte. Ausserdem sollte man darauf achten, dass es möglichst keine allzu grossen Schwankungen im Wasserdruck gibt: Auch das dezimiert die Wurfweite, wenn beispielsweise durch die gleichzeitige Nutzung einer Dusche im Haus der Druck unter die geforderten 3 Bar absinkt. Dann verkürzt sich der maximale Radius entsprechend. Zum anderen zeigte die integrierte Solarladung in schattigen Gartenbereichen oder unter Bäumen Defizite: Wird der L10 dauerhaft etwa im «erweiterten» Schattenbereich einer Hauswand platziert, kann es passieren, dass der solare Ertrag nicht ausreicht, um den Standby-Verbrauch des dauerhaft (!) aktiven WLAN-Moduls zu kompensieren. In solchen Szenarien muss das Gerät demontiert und per USB-C-Kabel nachgeladen werden. Schön: Der verbaute Regensensor reagierte im Test prompt und stoppte eine laufende Bewässerung nach ca. zwei Minuten intensivem Niederschlag.
Bewässerungssystem Mova L10 im PCtipp-Test
PCtipp
Oberseite-des Mova-L10-Bewässerungssystem
MovaFazit
Das Mova-L10-Bewässerungssystem bietet einen innovativen, KI-gestützten Ansatz für die oberirdische Gartenpflege. Die Rasenbewässerung arbeitet präzise die Kartierung ab, und spart im Vergleich zu klassischen Modellen Wasser und vor allem auch Zeit. Einschränkungen gibts bei schwankendem Wasserdruck und auch wenn (zu) viel Wind herrscht. Zudem sollte der Aufstellort aufgrund des Schattenwurfs vor dem Kauf ernsthaft einkalkuliert werden.
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