IFA 2026
Mova mit Smart-Home-Feuerwerk
Der Schwerpunkt liegt auf der Kombination von Umfelderfassung, automatischer Handlungsentscheidung und physischer Ausführung in Bereichen wie Haushaltsreinigung, Gartenpflege und Haustierbetreuung. Ziel des Herstellers ist es, bestehende Automatisierungslücken in Alltagsszenarien durch erweiterte Hardware- und KI-Lösungen zu schliessen.
Erweiterte Sensorik und Unterwasser-Kommunikation
Im Bereich der Wahrnehmung ergänzt MOVA die klassische Kamera- und Radarsensorik von Reinigungsrobotern um einen Tastsinn. Das sogenannte TactiPercept-System verwendet 128 Drucksensoren sowie elastische Elemente, um physische Berührungen mit Möbeln oder Wänden präzise zu registrieren. Auf Basis dieses Druckfeedbacks reduziert das Gerät bei Kontakt die Geschwindigkeit, verfeinert die Kantenreinigung und stellt sich bei Blockaden eigenständig frei. Für den Unterwassereinsatz zeigt MOVA das AquaSonar-System, das Daten mittels Ultraschall überträgt. Da das Sendemodul direkt in die Ladestation integriert ist, entfällt die bisher notwendige Schwimmboje an der Wasseroberfläche. Dadurch bleibt das Gerät auch unter Wasser dauerhaft erreichbar und lässt sich ohne zusätzlichen Einrichtungsaufwand steuern. Beim Poolroboter Mova Rover X10 (PCtipp-Test hier) ging das Ganze nur mit der Schwimmboje.
Auf Tuchfühlung: TactiPercept-System verwendet 128 Drucksensoren zur Berührungsregistrierung
MovaPräzise Kantenbearbeitung in der Rasenpflege
Für die automatisierte Gartenpflege stellt MOVA neue Schneidmechaniken vor, die das manuelles Nacharbeiten an Rasenkanten überflüssig machen sollen. Das Modell LiDAX Ultra Gen 2 arbeitet mit der Technologie UltraTrim 3.0, die über eine seitlich montierte Schneidscheibe verfügt. Dies ermöglicht das Mähen ohne Sicherheitsabstand direkt entlang von Wänden, Zäunen und Hecken. An ebenen Übergängen zwischen Rasen und Wegen kann der Mäher die Begrenzung überfahren und das Gras im selben Durchgang kürzen. Die erweiterte Version UltraTrim 4.0 ergänzt ein ausfahrbares Element, das Höhenunterschiede im Boden selbstständig ausgleicht. Zudem bietet diese Ausführung drei einstellbare Schnitthöhen und zieht das Werkzeug bei festen Hindernissen automatisch ein.
Trimdich-Pfad: Dank UltraTrim 4.0 werden auch Höhenunterschiede rasiert
MovaRoboterarme fürs Anpacken
Über das reine Mähen und Saugen hinaus zeigt MOVA Geräte mit beweglichen Greif- und Werkzeugelementen. Der Mähroboter AstraX besitzt einen Ausleger, der mit verschiedenen Werkzeugaufsätzen kombiniert werden kann. Erkennt die Optik des Mähers ein Hindernis auf der Fahrspur, räumt der Arm den Gegenstand eigenständig zur Seite. Ergänzend kann das System niedrige Früchte pflücken oder definierte Flächen zu vorgegebenen Zeiten bewässern. Als eigenständiges Technologiedemonstrat zeigt MOVA die Roboterhand Knot 80, die der menschlichen Hand nachempfunden ist. Sie verfügt über 11 unabhängig steuerbare Achsen sowie optische 3D-Sensoren zur Formerfassung. Das System berechnet den optimalen Greifpunkt automatisch und passt die Andruckkraft dynamisch an das jeweilige Objekt an.
Mova AstraX: räumt mit dem Greifarm auch Gegenstände auf die Seite
Mova
Knot 80 will die menschliche Hand nachgebaut haben
MovaFazit: Weiterentwicklung!
MOVA zeigt auf der IFA 2026 eine Weiterentwicklung moderner Serviceroboter. Der Schwerpunkt verschiebt sich von reinen Reinigungsgeräten hin zu Systemen mit erweiterter physischer Interaktion. Neue Sensoren geben Saugrobotern erstmals eine präzise Berührungswahrnehmung. Im Unterwasserbereich vereinfachen integrierte Ultraschallmodule die Steuerung. Neue Schneidmechanismen für den Garten, flexible Ausleger und zusätzliche Schnittmodule lösen Probleme unsauberer Rasenkanten. Die Roboter passen sich an unebene Böden an und umgehen Hindernisse eigenständig. Auch der Einsatz von Roboterarmen zeigt praxistaugliche Ansätze. Das Wegräumen von Gegenständen oder das feindosierte Greifen erweitern das Einsatzgebiet.
Insgesamt liefert Mova Detaillösungen für Alltagsprobleme. Kombiniert werden erweiterte Sensorik mit beweglicher Hardware, um eben das jeweilige Gesamtsystem sprichwörtlich zu schärfen.
Die Marktchancen stehen gut, da die Nachfrage nach vollautonomen Haushalts- und Gartengeräten stark wächst. Gerade die direkten Lösungsansätze bekannter Schwachstellen, wie etwa unsaubere Rasenkanten oder festgefahrene Saugroboter, treffen ins Schwarze. Mit dem Vorstoss in komplexe Greifaufgaben und Unterwasseranwendungen punktet MOVA bezüglich neuer Technologien. Letztlich wird aber der Erfolg davon abhängen, wie zuverlässig die hochkomplexe Mechanik im Dauerbetrieb arbeitet und auch die Preise sollten entsprechend gewählt werden, um eine breite Masse zu erreichen.
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