Notebooks mit KI
Die besten KI-Laptops
Hinweis: Der Artikel stammt aus der Printausgabe des PCtipp vom September. Die Preise können sich mittlerweile geändert haben.
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Notebooks mit KI-Prozessoren sind mittlerweile in der Masse angekommen. Das hat gute Gründe: Die Topmodelle unter ihnen können im Zusammenspiel mit starken Komponenten bei Leistung, Stromverbrauch und Sicherheit ihre praktischen Vorteile ausspielen. Ebenfalls nützlich: Viele Modelle haben einen Touchscreen. Diese lassen sich also zusätzlich mit Fingern, Gesten oder einem Stift steuern, unabhängig vom Touchpad, der Maus oder der Tastatur – analog zu einem Tablet. In unserer Kaufberatung konzentrieren wir uns deshalb auf Laptops mit KI-Prozessor und wenn möglich mit Touchscreen.
Die getesteten Notebooks
- Acer Swift Go 16 AI OLED (SFG16-R21J)
- Asus ProArt P16 (H7606WP-RJ127X)
- HP EliteBook X Flip G1i 5G
- LenovoThinkPad X9-14 Aura Edition
- Medion SPRCHRGD 14 S2 (MD62723)
Das Testfeld
Unser Testfeld besteht aus fünf Notebooks. Die Modelle von Acer und Asus spannen Bilddiagonalen von 16 Zoll auf. HP, Lenovo und Medion schicken 14-Zoll-Laptops ins Rennen. Drei von fünf Modellen sind mit einem Touchscreen ausgestattet, nur Acers Swift Go 16 AI OLED und Medions SPRCHRGD 14 S2 kommen ohne. Dafür ist Letzteres mit einem Strassenpreis von 1299 Franken das günstigste KI-Modell im Testfeld – und zugleich unsere Kaufempfehlung fürs Homeoffice. Die klassische Convertible-Funktion, die das Drehen des Bildschirms um 360 Grad erlaubt, ist im Testfeld mit HPs EliteBook X Flip G1i 5G gegeben. Die Laptops von Asus und Lenovo können ihren Touchscreen hingegen nicht komplett um 360 Grad umklappen. Damit ist bei ihnen kein Tablet- und Zeltmodus (Einsatz als Präsentationsbildschirm) wie bei HPs EliteBook X Flip G1i 5G möglich.KI als Grundlage
Grösster gemeinsamer Nenner im Testfeld ist der KI-Prozessor. Acers Swift Go und das ProArt von Asus setzen auf KI-Power von AMD, die anderen drei Geräte auf Intels Core-Ultra-Chip der zweiten, verbesserten Generation. Verbessert deshalb, weil der Prozessor nicht nur über eine optimierte NPU (Neural Processing Unit) verfügt, welche die KI-Workloads fürs Streamen respektive Videokonferenzen besser unterstützt, sondern auch die Akkulaufzeit deutlich nach oben schraubt. So sind mit diesen Modellen mittlerweile Laufzeiten möglich, die deutlich über einem Arbeitstag von 8 Stunden liegen.
Im ProArt von Asus und Swift Go AI von Acer kommt wie erwähnt AMDs Ryzen-Prozessor zum Einsatz. Auch diese Prozessoren sind KI-optimiert und mit einer separaten NPU-Einheit ausgestattet. Sie taugen damit ebenso zum Beschleunigen von KI-Aufgaben. Das ProArt P16 hebt, zumindest leistungsseitig, die Messlatte besonders hoch: Dank des verbauten Grafikchips RTX 5070 (8 GB separater Videospeicher) von Nvidia lässt es sich besonders für den Einsatz im gehobenen Grafiksegment und überall dort, wo viel mit KI gerechnet wird, benutzen. Das spiegelt sich allerdings auch im Preis wider. Mit Fr. 2929.90 ist es das teuerste Notebook im Test.
Die Notebooks im Test
Der PCtipp hat fünf Notebooks mit KI-Funktionen ausgiebig bezüglich Leistung, Ausstattung und Ergonomie getestet. Zudem geben wir an, für welchen Einsatzzweck die Geräte am besten geeignet sind. Alle Testergebnisse finden Sie in der Tabelle im letzten Teil. Die Kauftipps besprechen wir in separaten Boxen.
Ausgezeichnet: HP EliteBook X Flip G1i 5G
HPKauftipp Business: HP EliteBook X Flip G1i 5G
Acer Swift Go 16 AI OLED (SFG16-61-R21J)
Das KI-Notebook aus dem Hause Acer will bei Nutzern punkten, die eine Kombination aus Mobilität, erstklassigem Display und smarter Performance für alltägliche Office-Aufgaben und KI-Funktionen suchen. Konkret ist das Gerät damit für Studierende, Büroanwender und alle, die oft unterwegs sind, prädestiniert. Dreh- und Angelpunkt bezüglich KI ist AMDs Ryzen-AI-7-350-Prozessor samt seiner separaten Neural Processing Unit (NPU). Diese NPU ermöglicht es, KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät auszuführen, ohne auf die Cloud angewiesen zu sein. Dem Achtkernprozessor (maximal 5 GHz) mit integrierter Einstiegsgrafik vom Typ Radeon 860M stehen insgesamt 32 GB an Arbeitsspeicher sowie ein 1 TB grosses SSD zur Seite.
Sehr gut: Acer Swift Go 16 AI OLED (SFG16-R21J)
Quelle: AcerDas sauber verarbeitete Gehäuse des Acer Swift Go 16 AI OLED besteht aus Aluminium, das Scharnier ist robust. Bei unserem Auf- und Zuklapptest gab es nur ein leichtes Nachwackeln des OLED-Displays. Mit Abmessungen von 35,6 × 1,7 × 24,9 Zentimeter ist es für ein 16-Zoll-Notebook recht kompakt. Das Gewicht von 1,6 Kilogramm macht es sehr leicht und mobil. Wieso das Windows-11-Home-Modell ausserdem für den mobilen Einsatz geeignet ist, zeigt sich an der gemessenen Akkulaufzeit, die im Praxisbetrieb bei 6:26 Stunden liegt. Das ist für ein 16-Zoll-Gerät ordentlich. Abgerundet wird das Top-Design durch den Tasturblock, der über ein prima Anschlagverhalten verfügt, womit sich Fehler beim Eintippen weiter reduzieren. Ausserdem ist die Tastatur hintergrundbeleuchtet und mit einem separaten Nummernblock ausgestattet. Das Touchpad ist grosszügig dimensioniert und reagiert präzise auf Multitouch-Gesten.
Anschlussseitig sind die beiden Thunderbolt-4-Ports (Typ-C) inklusive Power-Delivery-Funktion (bis zu 45 Watt) sowie HDMI in Version 2.1 hervorzuheben. Ein weiteres Highlight ist das OLED-Display (2048 × 1280 Pixel, 16:10). Mit einer Blickwinkelunabhängigkeit von 170/170 Grad (horizontal/vertikal) liegt es nahe am Maximum. Daneben bietet es eine 100-prozentige DCI-P3-Farbraumabdeckung. Leider unterstützt es keine Touchfunktion. Ausserdem spiegelt es, was sich bei eher mittelprächtigen Umgebungslichtbedingungen negativ bemerkbar macht. Hier kann nur durch Hochregeln der Displaybeleuchtung entgegengewirkt werden, womit sich allerdings wiederum die Akkulaufzeit verringert.
Die Inbetriebnahme des Acer Swift Go 16 AI OLED ist einfach. Die Bedienung ist flüssig. Das Notebook liefert eine gute Performance für alltägliche Office-Aufgaben, das Surfen sowie für simple Multimedia-Anwendungen, Videostreaming und Bildbearbeitung. Gebootet wird in 7 Sekunden, danach steht Windows 11 Home zum Arbeiten bereit. Im Cinebench-2024-Test schafft das Notebook ordentliche 889 Punkte, im PCMark 10 stehen am Schluss gute 7180 Punkte als Endergebnis fest.
Fazit: Das Acer Swift Go 16 AI OLED (SFG16-R21J) ist ein sehr gut ausgestattetes KI-Notebook mit ausreichend Leistung für den täglichen Gebrauch. Aufgrund seiner Grösse ist es prädestiniert für den Einsatz daheim. Es überzeugt durch sein schlankes Design, ein edles OLED-Display und eine solide Akkulaufzeit.
Sehr gut: Medion SPRCHRGD 14 S2
MedionKauftipp Homeoffice: Medion SPRCHRGD 14 S2 (MD62723)
Lenovo ThinkPad X9-14 Aura Edition
Bei Lenovos ThinkPad X9-14 Aura Edition handelt es sich um einen Business-Laptop. Unser 14 Zoll grosses Testnotebook ist hervorragend verarbeitet. Das sieht man an vielen kleinen wie grossen Stellen: Die Ecken sind abgerundet und die Tastatur ist sauber in den Notebook-Body eingelassen. Das Scharnier ist stabil, ohne klobig zu wirken. Das Display kann um 180 Grad nach hinten geklappt werden. Die Tastatur hat einen soliden Anschlagspunkt, was Schreibfehler minimiert. Das Touchpad ist recht gross und bietet einen guten Druckpunkt. Es ist zudem reaktionsschnell. Ausserdem ist das Chassis wartungsfreundlich, da es einen schnellen Zugriff auf den Akku und das SSD ermöglicht. Es müssen lediglich vier Schrauben auf der Unterseite gelöst werden, um an die genannten Komponenten zu gelangen.
Sehr gut: Lenovo ThinkPad X9-14 Aura Edition
Quelle: LenovoDas Notebook wird von Intels Core-Ultra-7-Prozessor 258V angetrieben. Für die Grafik ist der im Prozessor verbaute Intel-Arc-Chip 140V zuständig. Arbeiten kann man damit sehr gut. Intensiv und vor allem in hohen HD-Auflösungen spielen sollte man besser sein lassen, sonst nerven die Ruckler zu arg. Der CPU stehen insgesamt 32 GB an Arbeitsspeicher sowie ein 1 Terabyte grosser SSD-Datenträger zur Seite. Weiteres Highlight ist das verbaute OLED-Multitouch-Display. Es löst mit 2880 × 1800 Pixeln nicht nur gestochen scharf auf, sondern bietet auch eine sehr gute Blickwinkelunabhängigkeit von 170/175 Grad (horizontal/vertikal). Es deckt den DCI-P3-Farbraum zu 100 Prozent ab, womit der berührungsempfindliche Bildschirm eine Spitzenfarbtreue aufweist.
Was die Komponenten in der Praxis leisten, zeigt sich in unserem Testparcours: Das Notebook bootet in nur 6 Sekunden, danach steht Windows 11 in der Pro-Version zum Arbeiten bereit. Im Allround-Test PCMark 10 sammelt der Laptop bemerkenswerte 6995 Punkte. Was uns jedoch aufgefallen ist: Sobald etwas intensiver gerechnet werden muss, fährt das Lüftersystem hörbar an. Wenn die Aufgabe erledigt wurde, verstummt das Ganze auch schnell wieder. Leider gibt es keinen 5G-SIM-Slot, obwohl Lenovo bei diesem KI-Notebook einen Business-Anspruch geltend macht.
Zum Akku: Er versorgt das Notebook in der Praxis für gut sieben Stunden.
Worauf Lenovo bei seiner Federklasse zudem besonderen Wert legt, sind die beiden KI-Funktionen Lenovo AI Now und Lenovo Aura Edition. Lenovo AI Now soll den Datenschutz durch lokale Speicherung und Verarbeitung der Benutzerdaten sicherstellen. Der KI-Assistent automatisiert Aufgaben wie die Dokumentenorganisation und Geräteverwaltung. Lenovo Aura Edition ermöglicht unter anderem die schnelle Übertragung von Fotos zwischen Smartphones und dem ThinkPad X9.
Fazit: Lenovos ThinkPad X9-14 Aura Edition gelingt der Spagat aus Leistung, Design und KI-Funktionen. Die Topausstattung und die gute Akkulaufzeit runden das Windows-11-Pro-Gerät ab. Das Business-Notebook gibt es für faire 1683 Franken.
Ausgezeichnet: Asus ProArt P16
AsusKauftipp Grafik: Asus ProArt P16 (H7606WP-RJ127X)
Fazit und Testübersicht
Fazit: Mehr von allem
KI-Notebooks der neuesten Generation bieten dank schneller CPUs mit integrierten Neural-Prozessoren sowie optimierten Komponenten eine signifikant verbesserte Leistung für KI-Anwendungen. Egal, ob mit Touchdisplay und Convertible-Funktion für kreative Köpfe oder als klassisches Non-Touch-Gerät für produktives Arbeiten – die nahtlose Integration von Hardware und KI-Funktionen ermöglicht flüssigere Workflows und erweiterte Möglichkeiten direkt auf dem Gerät. Die Akkulaufzeit profitiert von der Effizienz der KI-Prozessoren, was eine längere mobile Nutzung gewährleistet. Kurz: Die KI-Laptops sind längst keine Spielereien mehr, sondern leistungsstarke Werkzeuge, die den Arbeitsalltag cleverer gestalten.
Drei, die das besonders gut können, sind Medions SPRCHRGD 14 S2 als Homeoffice-Profi, das Asus ProArt P16, das sich vornehmlich an Grafikdesigner und Kreative richtet, sowie HPs EliteBook X Flip G1i 5G, das als Business-Laptop die dritte Kaufempfehlung in diesem PCtipp-Test ist. Noch mehr spannende Informationen gibts es direkt in dieser Kaufberatung.
Testübersicht: KI-Notebooks ab 1299 Franken
Quelle: PCtipp.ch
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