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Lesedauer 5 Min.

Designen mit KI - so funktioniert Adobe Express

Die KI-unterstützte Designer-App Adobe Express soll vor allem Amateuren dabei helfen, einfach und schnell an ansprechende Grafiken zu kommen. Wir erklären Ihnen, was die kostenlose App alles kann.
© (Quelle: Adobe)

Neben den ganz grossen Playern im KI-Rennen hat der Photoshop-Konzern Adobe eine etwas kleinere Rolle eingenommen. Die Ausgangslage in der eigenen Nische ist für das Unternehmen allerdings ausgezeichnet. Besonders bei der generativen künstlichen Intelligenz für Bilder hat Adobe einen Vorsprung und kann sowohl auf jahrelange Erfahrung als auch auf eine umfassende Bilddatenbank zurückgreifen, Bild 1. Dies kommt der neuen Software Adobe Express (adobe.com/de/express) zugute.

Bild 1: Adobe hat bereits viel Know-how in Hinblick auf Grafikdesign; das tut der Software Adobe Express gut

© Quelle: PCtipp.ch

Der Name Adobe Express ist etwas ver­wirrend, aber auch logisch. Einerseits ist die Verwechslung mit Apps wie Photoshop Express vorprogrammiert, andererseits ist diese Assoziation passend. Denn: Die Express-Reihe der Adobe-Apps war schon immer mehr auf Amateure und Hobbyisten ausgelegt – genau die Zielgruppe, die auch Adobe Express ansprechen will.

Dafür setzt Adobe auf einfache Menüs und viele Vorlagen, Bild 2. Schliesslich soll alles schnell und einfach gehen. Die Frontseite ist bereits entsprechend gestaltet und beinhaltet hauptsächlich Vorlagen für diverse Formate wie Flyer, Instagram-Posts oder YouTube-Thumbnails. Die Idee: Als Nutzer klickt man eine dieser Vorlagen an, passt sie leicht an und schon hat man in minutenschnelle eine fertige Grafik. In der Praxis hat das zwei Haken: Der Haken Nummer eins ist der Preis. Adobe Express wird wie heutzutage üblich als kostenlos beworben. Schnell wird jedoch klar, dass ohne Geld nicht viel geht. Das ist auch per se kein Problem, allerdings ist das Angebot von Express in der kostenlosen Version etwas gar mickrig. Gerade im Vergleich zu Konkurrenten wie Canva (canva.com/de_de) gibt es bei Adobe nur gerade eine Handvoll an Vorlagen umsonst. Immerhin: Wer bezahlt, bekommt durchaus etwas fürs Geld geboten. Denn Adobe Express stellt für zahlende Kunden nicht nur viele, sondern auch qualitativ hochwertige Vorlagen und Grafiken bereit. Wer ohnehin im Adobe-Ökosystem unterwegs ist, profitiert von weiteren Nettigkeiten wie PSD-Unterstützung, Schriftarten oder dem Adobe-Cloudspeicher.

Bild 2: Adobe setzt auf Vorlagen, Vorlagen und noch mehr Vorlagen

© Quelle: PCtipp.ch

Eine der Stärken von Adobe Express findet man in den KI-Features. Diese sind im Vergleich zu Canva deutlich weiterentwickelt und kinderleicht zu bedienen. Die Ergebnisse sind wie bei den meisten generativen KI-Werkzeugen derzeit … durchwachsen. Gewisse Aufgaben löst die Adobe-KI mit Bravour, bei anderen hingegen fällt sie komplett durch.

Bild 3: Gegen die grossen KI-Player wird es Adobe nicht immer leicht haben

© Quelle: PCtipp.ch

Ob Ihnen die Roboterunterstützung etwas bringt, hängt ganz von Ihren Projekten ab. Grundsätzlich hat Adobe mit seiner KI eine gute Basis geschaffen und kann derzeit noch gut mit anderen Anbietern mithalten. Gegen grosse Player im KI-Bereich wie Google, Microsoft oder Apple wird es mittelfristig aber nicht leicht werden, Bild 3.

So funktioniert Express

Wir gestalten einen Instagram-Post in Adobe Express. Dafür klicken wir auf der Startseite auf Social Media und danach auf Quadratischer Instagram-Post, Bild 4. Da wir nicht von ganz vorn anfangen möchten, wählen wir eine Vorlage aus. Ganz oben gibt es nur eine Vorlage kostenlos. Scrollt man weiter nach unten, werden es zum Glück noch mehr.

Bild 4: Wir beginnen auf der Startseite mit – Sie haben es erraten – einer Vorlage

© Quelle: PCtipp.ch

Wir entscheiden uns für eine Vorlage mit einem hübschen Bergmotiv auf einer Seite. Als Nächstes brauchen wir noch Text. In der Vorlage gibt es bereits ein Textfeld für einen Untertitel. Wir doppelklicken also auf den Text und passen ihn entsprechend an.

Da es sich um einen Instagram-Post handelt, schreiben wir etwas, das zunächst tief­sinnig klingt, es aber gar nicht ist. Wie Sie in Bild 5 sehen, verändert sich das Menü links und passt sich dem jeweils angewählten Element an. Hier kann Adobe wieder seine Stärke nutzen und auf eine breite Auswahl an Schriftarten zurückgreifen. Generell ist es schwierig, in Adobe Express ein wirklich hässliches Design zu gestalten. Sowohl die Vorlagen als auch die einzelnen Elemente sind dafür zu hochwertig. Die generative KI nehmen wir von dieser Aussage mal aus.

Bild 5: Diese Vorlage ist uns zuerst ins Auge gesprungen

© Quelle: PCtipp.ch

Unserem Instagram-Post fehlt allerdings noch das gewisse Etwas: ein künstlerischer Hauch, ein Stückchen Inspiration. Wir klicken daher links auf Elemente. Im aufgehenden Menü finden wir diverse kleine Grafiken und Werkzeuge, mit denen wir unseren Post mit wenig Aufwand und viel Effekt ver(schlimm)-bessern können.

Bild 6: Das finale Produkt

© Quelle: PCtipp.ch

Nach einigen Experimenten mit einem Regenbogen-Pinselstrich (zu künstlerisch) und einem pinkfarbenen Overlay (zu futuristisch), entscheiden wir uns für die Grafik eines Hirschs und platzieren diesen unter dem Zitat. Den letzten Schliff verpassen wir dem Post mit einem Textur-Overlay, bei dem wir die Deckkraft auf 20 Prozent herunterschrauben; schliesslich soll das die Grafik nur ein wenig zusammenhalten, nicht den gesamten Stil dominieren, Bild 6.

Fertig ist unser Instagram-Post, der garantiert Millionen von Menschen dazu inspirieren wird, über die Beschaffenheit von Bergen zu philosophieren.

Fazit: einfach und praktisch

Adobe Express ist ein praktisches Werkzeug für Hobbygrafiker, die einfach gerne ein wenig grafisch und kreativ tätig sind, ohne dafür komplexe Software wie Photoshop oder Illustrator zu lernen. Die App ist einfach zu bedienen, intuitiv und bietet eine Vielzahl an Vorlagen und Elementen, sofern man bereit ist, dafür Fr. 11.85 pro Monat hinzublättern. Das ist immerhin etwa der gleiche Preis wie für Photoshop und Lightroom zusammen. Die kostenlose Version von Express ist stark limitiert und lohnt sich nur sehr begrenzt. Um die Grundfunktionen auszuprobieren, reicht es aber alleweil. Was die generative KI angeht, hat Adobe noch ein wenig zu tun, Bild 7.

Bild 7: Features wie Text zu Vorlage stecken noch in den Kinderschuhen

© Quelle: PCtipp.ch

Das ist bei anderen Anbietern zwar nicht anders, dennoch dünkt uns die Adobe-KI ein wenige im Hintertreffen. Ob Adobe mittel- bis langfristig mit Google, Microsoft & Co. mithalten kann, ist nicht selbstverständlich. Wobei Microsoft allerdings mit seiner Software Designer derzeit noch weit entfernt von einem brauchbaren Produkt ist.

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