Umfrage-Tools
Fragen leicht gemacht - Mit diesen Tools ganz einfach
Bild 1: Doodle besticht vor allem durch Feature-Vielfalt und die einfache Bedienung
PCtippDoodle: der Klassiker
Doodle (doodle.com) ist noch immer der Platzhirsch bei Terminumfragen. Die Bedienung ist simpel: Sie erstellen eine Umfrage, geben mögliche Termine an und versenden den Link. Die Teilnehmenden klicken an, wann sie Zeit haben. Fertig, Bild 1.
Diese Einfachheit ist Doodles grosse Stärke. Allerdings ist die Marktdominanz des Umfrage-Tools durch einige aggressive Marktentscheidungen ins Wanken gekommen. Die kostenlose Version ist mittlerweile sehr eingeschränkt. Hinzu kommt: Auch Werbung und eine gewisse Datensammelwut gehören zum Standardpaket von Doodle.
Für (semi-)professionelle Anwendungen wird schnell ein kostenpflichtiges Abo nötig. Das günstigste Abo beginnt bei etwa 7 Franken pro Monat bei jährlicher Abrechnung. Datenschutztechnisch ist Doodle zwar DSGVO-konform (deutsche Datenschutz-Grundverordnung), speichert die Daten aber auf Servern ausserhalb der Schweiz. Für viele Privatanwender ist das kein Problem, für Unternehmen oder datenschutzbewusste Nutzer kann das aber ein Ausschlusskriterium sein.
Fragab: mehr Datenschutz
Fragab (fragab.de) positioniert sich als datenschutzfreundliche Alternative zu Doodle. Das deutsche Unternehmen betreibt seine Server in Deutschland und positioniert sich bewusst als datenschutzfreundliche (sprich: DSGVO-konforme) Doodle-Alternative. Die Bedienung ist ähnlich simpel wie bei Doodle: Umfrage erstellen, Termine vorschlagen, Link versenden, Bild 2.
Bild 2: Fragab kommt Doodle sehr nahe, setzt aber auf mehr Datenschutz
PCtippDie kostenlose Version ist weniger eingeschränkt als bei Doodle. Werbung gibt es ebenfalls, aber in geringerem Mass. Fortgeschrittene Features wie die Kalenderverbindung sind nur in einer der Premium-Versionen verfügbar. Dabei interessant: Fragab gibt es entweder als Gold-Version für einmalig rund 10 Franken oder in der noch umfassenderen Platin-Version für umgerechnet 3 Franken bis Fr. 4.50 pro Monat.
Insgesamt bietet Fragab eine rundum verbesserte Version von Doodle an, indem sie eigentlich nicht so viel anders machen. Wer einfach eine weniger kaputtgewirtschaftete Version von Doodle sucht und dabei noch Wert auf Datenschutz legt, macht hier nichts falsch.
Bild 3: Nuudel ist erste Wahl für alle, die Datenschutz und Privatsphäre ernst nehmen
PCtippNuudel: absolut privat
Nuudel (nuudel.digitalcourage.de) ist der Datenschutz-Geheimtipp unter den Umfrage-Tools. Technisch ist es eine Instanz des Open-Source-Programms Framadate aus Frankreich. Betrieben wird diese Instanz durch die deutsche NPO digitalcourage. Sie läuft komplett ohne Tracking oder Werbung, Bild 3. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich – im Prinzip wie Doodle anno dazumal. Sie erstellen eine Umfrage, wählen Optionen aus und teilen den Link. Teilnehmende können abstimmen, ohne sich anzumelden oder Cookies zu akzeptieren. Sie können sogar eine Umfrage erstellen, ohne sich zu registrieren, wobei das Angeben einer E-Mail-Adresse die Verwaltung erleichtert.
Die Umfragen laufen nach einer gewissen Zeit automatisch ab und werden gelöscht. Noch ein Punkt für den Datenschutz.
Der grösste Vorteil Nuudel ist die absolute Privatsphäre. Es werden keine unnötigen Daten gesammelt, keine Profile erstellt, kein Tracking betrieben. Des Weiteren ist Nuudel komplett kostenlos. Der Nachteil: Die Funktionen sind auf das Wesentliche beschränkt. Erweiterte Features wie bei Doodle oder Fragab gibt es nicht.
Bild 4: Google generiert Formulare auch gekonnt per KI-Assistent
PCtippForms: Multitalent
Google Forms (docs.google.com/forms) ist nicht nur ein Terminfindungs-Tool und damit deutlich vielseitiger als Doodle. Mit Forms können Sie praktisch jede Art von Umfrage oder Formular erstellen. Von Multiple-Choice-Fragen über Textfelder bis zu Datei-Uploads ist alles möglich. Die Antworten landen automatisch in einem Google-Dokument, wo Sie diese weiterverarbeiten können, Bild 4.
Google Forms ist komplett kostenlos und bietet trotzdem einen enormen Funktionsumfang. Die Integration in die Google-Welt ist nahtlos. Wer Google Workspace nutzt, findet sich sofort zurecht. Auch die Auswertung ist dank automatischer Diagramme und der Anbindung an Google Sheets komfortabel.
Der Nachteil liegt auf der Hand: Google und kostenlos bedeuten, dass die Finanzierung durch Datensammlung geschieht. Solange Sie nicht ein geschäftliches Workspace-Konto nutzen, werden Ihre Daten gewinnbringend weiterverarbeitet. Zudem ist Google Forms primär für Umfragen und Formulare gedacht, weniger für reine Terminumfragen. Die Oberfläche ist etwas umständlicher als bei spezialisierten Tools. Dank KI-Unterstützung mit Gemini kommt man allerdings ziemlich schnell zu einer brauchbaren Umfrage. Für reine Terminumfragen gibt es jedoch bessere Optionen.
Für wen lohnt sich was?
Nachdem wir die Tools einzeln betrachtet haben, stellt sich die Frage: Welches passt zu Ihnen? Für gelegentliche private Terminumfragen reicht Nuudel problemlos aus. Man hinterlässt damit den kleinstmöglichen digitalen Fussabdruck. Wenn Sie regelmässig Umfragen durchführen und dabei auf Komfort Wert legen, kann sich ein Fragab- oder Doodle-Abo lohnen.
Für Unternehmen und datenschutzsensible Anwendungen ist Nuudel die beste Wahl. Für mehr Komfort wäre Fragab eine veritable Alternative – nicht ganz so sicher, aber mit deutlich mehr Funktionalität. Sollten Sie ausführliche Formulare benötigen, gibt es ausser dem erwähnten Google Forms auch noch dutzende weitere Alternativen, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.
Praxistipps
Unabhängig vom gewählten Werkzeug gibt es einige Tipps, die Ihnen das Leben erleichtern:
- Halten Sie Umfragen kurz und präzise. Je mehr Optionen Sie anbieten, desto unübersichtlicher wird es für die Teilnehmenden. Bei Terminumfragen reichen drei bis fünf Optionen aus.
- Setzen Sie Deadlines. Legen Sie fest, bis wann die Umfrage ausgefüllt sein sollte. Sonst ziehen sich solche Abstimmungen endlos hin. Viele Tools ermöglichen, Umfragen automatisch zu schliessen.
- Testen Sie die Umfrage, bevor Sie diese versenden. Ein kurzer Test bedeutet meistens weniger Aufwand, als die ganze Umfrage nochmals erstellen zu müssen.
- Kommunizieren Sie klar, wofür die Umfrage ist und was mit den Daten passiert. Das schafft Vertrauen und erhöht ausserdem die Teilnahmequote.
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