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Lesedauer 4 Min.

Hartnäckige Umleitung von .de- auf .ch-Seite

Bei Webseiten international tätiger Firmen wird man etwa beim Aufruf der deutschen Seite (.de) hartnäckig auf deren Schweizer Webseite umgeleitet. Warum? Und was kann man dagegen tun?

Einstellungen für einen Beispiel-Proxyserver

© Quelle: PCtipp.ch

Es ist wie verhext! So sehr Sie auch versuchen, z.B. firmenname.de aufzurufen, Sie landen stets und ohne Umschweife auf firmenname.ch. 

Die Gründe dafür können mal mehr, mal weniger verständlich sein. Zum einen will das Unternehmen vermutlich die Schweizer Kunden auf jene Seiten lenken, die auch die Schweizer Kontakt- und Supportinfos und die lokalen Angebote enthalten. Bei Medienseiten wie etwa jenen von Privatfernsehsendern können lizenzrechtliche Gründe vorliegen; vielleicht darf man gewisse Inhalte nur in einem der Länder zur Verfügung stellen. Oder die Firma hat alle Top-Level-Domains Domains (.com, .de, .ch) reserviert, leitet aber ohnehin alle Besucher auf die Schweizer Seite um – dann bleiben die Inhalte auch dieselben. Nicht selten ist es aber banaler: Die Produktpreise auf der Schweizer Seite sind oftmals deutlich höher als jene auf der Webseite für die deutschen Besucher. Und diesen Umstand will man den angeblich so zahlungskräftigen Schweizern nicht auf die Nase binden.

Lösung: Warum auch immer – wie macht die Firma das? Es kann Webseiten geben, die nur auf die Browsereinstellungen schauen. Hat der User im Browser als Standardsprache «Deutsch (CH)» eingestellt, kann es sein, dass schon dies den Ausschlag für die Umleitung gibt. 

Meistens läuft es aber via IP-Adresse. Und wenn der Webserver Ihre IP-Adresse in der Schweiz verortet, dann werden Sie auf die Schweizer Seite umgeleitet – Punkt! Auch wenn Sie noch so oft versuchen, die Deutsche Seite aufzurufen. 

Ein gutes Mittel dagegen ist ein Proxyserver oder VPN. Den Proxy gibts entweder als Webproxy oder zum Eintragen in die Netzwerkeinstellungen. Das eine erfordert keinerlei Einstellungsänderungen. Surfen Sie zu einem von diesen:

www.cyberghostvpn.com/de_de/proxy

https://hide.me/de/proxy 

Tippen Sie dort die URL der gewünschten deutschen Seite ins Feld. Weil der Datenverkehr nun über die Proxyseite läuft, bekommt die Zielseite nicht mit, dass Sie woanders sind. Das ist allerdings sehr langsam und funktioniert oftmals nicht recht. Es werden etwa einige wichtige Komponenten der Webseiten nicht geladen. 

Die andere Variante ist das Eintragen eines Proxys in den Netzwerkeinstellungen. 

Das ginge so: Öffnen Sie die Systemsteuerung und darin die Internetoptionen. Unter Verbindungen öffnen Sie LAN-Einstellungen und aktivieren einen Proxyserver, zum Beispiel 5.189.175.170 mit Port 3128. Die Option «Proxyserver für lokale Adressen umgehen» sollten Sie eher aktivieren.

Einstellungen für einen Beispiel-Proxyserver

© Quelle: PCtipp.ch

Hier gibts eine Liste möglicher Proxies. Um zu prüfen, wo Sie sich in den Augen von Webseitenbetreibern befinden, können Sie vorher und nachher bei http://utrace.de vorbeischauen.

Vorher:

Utrace.de hat Recht, wir sind in Zürich

© Quelle: PCtipp.ch

Nachher:

Und jetzt sind wir in St. Petersburg

© Quelle: PCtipp.ch

Der erwähnte Proxy versetzt Sie beispielsweise virtuell nach St. Petersburg. Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen: Es ist nicht klar, ob dort jemand Zugriff auf die durch Anwender übertragenen Daten hat. Darum empfiehlt es sich bei unbekannten Proxybetreibern, auf irgendwelche Einkäufe über deren Proxy zu verzichten.

Aktiveren Sie den Proxy auch nur, während Sie ihn wirklich brauchen. Sobald Sie also auf jener Webseite gesehen haben, was Sie sehen wollten, knipsen Sie ihn wieder aus. Das geht wieder über Internetoptionen/Verbindungen/LAN-Einstellungen.

Ein weiteres gutes Mittel zum Verschleiern Ihres Landes ist der Tor-Browser. Des weiteren helfen dieselben Tipps wie beim Umgehen von Netzsperren. (PCtipp-Forum)

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