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Lesedauer 5 Min.

Android TV und Sony KD-55X8505C im Test

Mit 1149 Franken und einer Bilddiagonalen von 140 Zentimetern ist der UHD-TV Sony KD-55X8505X recht günstig. Aber ist er den Preis auch wert?

Sony KD-55X8505C

© Quelle: NMGZ

Die Riesenauswahl an Ultra-HD-Fernsehern ist mittlerweile schon bald nicht mehr überschaubar. Und an der CES 2016 in Las Vegas haben die Hersteller wieder viele neue dünne und atemberaubend helle TVs gezeigt. Von weiteren kryptischen Begriffen wie HDR und Nanokristallen ist jetzt die Rede. Wenigstens haben sich Sony & Co. endlich zusammengetan und untereinander eine Allianz gegründet, damit auch künftige Geräte wie 4K Blu-ray Player untereinander kompatibel sind. Die gute Nachricht: Der KD-55X8505C, mit dem wir es zu tun haben, hat sogar per Firmware-Update den HDR-Support bekommen: Die hellen Kontraste und erweiterten Farbräume sind somit gegeben.

Sony KD-55X8505C

© Quelle: NMGZ

Grosszügige Ausstattung

Bei der Ausstattung gibts nicht viel zu meckern: WLAN ist an Bord. Neben integriertem DVB-T-, DVB-S- und DVB-C-Tuner sind drei USB-Anschlüsse fürs Abspielen von Medieninhalten vorhanden. Und die vier HDMI-Anschlüsse sind auf dem neusten Stand (Version 2.0).

An Anschlüssen ist so ziemlich alles vorhanden, was man sich wünscht

© Quelle: PCtipp.ch

Sofern man daran eine potente Gamer-Kiste anschliessen möchte, kommt man in den Genuss von bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Für einen Spieler ist das durchaus verlockend. Denn mittlerweile gibt es für Media Centers schon kleinere, potente Grafikkarten, die HDMI 2.0 direkt oder über Adapter unterstützen.

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Endlich mehr 4K-Inhalte

Endlich mehr 4K-Inhalte

Auch für Cineasten wirds langsam besser. Nach einem Upgrade des Netflix-Abos auf eine Premium-Mitgliedschaft (Fr. 17.90 pro Monat), offeriert einem der Streaming-Dienst inzwischen doch mindestens acht Serien wie «Jessica Jones», «Breaking Bad» und «Better Call Saul» in der 4K-/UHD-Auflösung.

Wer ein Premium-Abo bei Netflix löst (teuer), hat diese zusätzliche Auswahl an 4K-Inhalten

© Quelle: PCtipp.ch

Allerdings dürfte Netflix damit nach wie vor zu den wenigen Anbietern gehören. Aber es geht langsam vorwärts. Und sonst profitiert man immerhin vom Upscaling: Dabei wirken Standard- und HD-Inhalte bei der Anzeige noch einen Tick schärfer als zuvor.

Top-Schärfe und guter Ton

Nach ein paar Anpassungen beim Farbraum und beim automatischen Anzeigebereich in den Einstellungen überzeugt die Schärfe. Erfreulich: 4K-Inhalte von Netflix und YouTube spielt der TV ruckelfrei ab. Horizontale Schlieren bei schnellen Szenenwechseln wie zu Anfangszeiten der ersten 4K-Fernseher machen sich nicht bemerkbar. Eine Freude fürs Auge sind die natürlichen und ausgewogenen Farben und vor allem die Blickwinkelstabilität. Besonders die Kontraste und das Schwarz beeindrucken auf sehr hohem Niveau. Wir können hier fast keine Negativpunkte ausmachen. Einzig die Homogenität bei der Ausleuchtung an den Rändern dürfte noch einen Tick präziser sein.

Die Blickwinkelstabilität ist top

© Quelle: NMGZ

Der Ton ist für TV-Lautsprecher sehr gut. Die verbauten, nach unten gerichteten Lautsprecher liefern je 10 Watt mit guten Höhen und Mitten. Sogar etwas Bass ist dabei. Wer mehr will, legt sich besser eine Soundbar oder ein teureres Surround Equipment zu. Was den Stromverbrauch anbelangt, messen wir im Standby-Betrieb ca. 0,2 Watt; bei automatischer Helligkeit maximal 85 Watt. Dieser Wert schwankt auch nicht gross beim Abspielen von 4K-Inhalten. Das ist top! Man erinnere sich an die ersten 4K-Fernseher vor zwei Jahren, die bereits im Normalbetrieb über 100 Watt verschlungen haben.

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Android TV im Praxistest

Android TV im Praxistest

PCtipp testet zum ersten Mal einen Fernseher mit Android TV. Die Erstinstallation inklusive aller Updates kann gut eine Stunde in Anspruch nehmen. Einmal aufgesetzt, überrascht aber die flüssige Bedienbarkeit. Die Oberfläche ist dabei in vertikale und horizontale Teilbereiche gegliedert.

Der Google Play Store von Android TV

© Quelle: NMGZ

Man findet Sparten wie Apps und Empfehlungen. Einige Standard-Apps wie YouTube und Netflix sind gleich vorinstalliert. Daneben natürlich auch ein paar Sony-eigene Kanäle wie der PlayStation Video Store. Man hangelt sich dabei hauptsächlich von oben nach unten und umgekehrt durch die wichtigsten Apps. Die jeweils neu installierten Apps gliedert das System immer linksseitig einer horizontalen Liste ein.

Schlicht: Android TV ist in horizontale und vertikale Teilbereiche gruppiert

© Quelle: NMGZ

Die Navigation klappt mit den Pfeiltasten der Fernbedienung ruckelfrei. Die billig verarbeitete Zweitfernbedienung mit der rauen Touch-Oberfläche verfügt zudem über ein eingebautes Mikrofon, um mittels Drücken des oberseitig einklickbaren Bereichs per Google-Sprachbefehl schneller nach Inhalten zu suchen.

Ohne Sprachsuche mühsam: die Navigation über Suchfelder

© Quelle: NMGZ

Tatsächlich ertappt man sich öfters dabei, per Sprache nach einem Begriff zu suchen. Die Eingabe von Text über die Bildschirmtastatur ist sehr mühsam und umständlich. Die Spracherkennung ist auch nicht immer so genau - vor allem hinsichtlich automatischer Unterscheidung von englischen oder deutschen Wörtern. Uns fehlte im Test die Lust, ständig die Eingangssprache in den tief verschachtelten Einstellungen zu wechseln.

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Viele Apps und Google Cast, Fazit

Viele Apps und Google Cast

Das App-Angebot macht dafür Freude. So installiert man im Nu etwa eine TV-Version der bekannten Media-Center-Verwaltungs-Software XBMC (Kodi). Damit entfällt ein zusätzlicher Netzwerkplayer. Aber genau hieran zeigt sich, wie nervig und zeitraubend eine Konfiguration von Verzeichnissen über eine Bildschirmtastatur sein kann. Glücklicherweise unterstützt die Hardware mit dem Google-Betriebssystem auch Bluetooth- und USB-Peripherie für drahtlose Tastaturen und Mäuse. Ebenfalls nett: Wer vorhin Chromecast zum Streamen von YouTube- und Netflix-Inhalten genutzt hat: Den brauchts hier nicht. Google Cast ist direkt im TV integriert! Befindet sich das iPad oder Android-Handy im selben Netzwerk, wählt man beim Abspielen eines YouTube-Clips ganz einfach den Sony-TV als Empfängerquelle, statt wie bis anhin den Chromecast.

Ein grosser Vorteil von Android TV: Media-Center-Apps wie Kodi sind ebenfalls vorhanden

© Quelle: NMGZ

Leichte Ruckler in der Bedienung konnten wir dennoch ausmachen, z.B. bei vielen gleichzeitigen Tasks. Für Android-Spiele in hoher Auflösung taugt das Ganze weniger. Der Prozessor kann hier schlicht und einfach nicht immer mithalten. Schade, aber was solls? Die Leistung muss ja hauptsächlich fürs Bildvergnügen stimmen. Dennoch würde ein stärkerer Prozessor den grossen TV nicht gleich nach drei Jahren alt aussehen lassen.

Fazit

Der Sony KD-55X8505C macht für den günstigen Strassenpreis von Fr. 1149.- eine sehr gute Figur. Überzeugt haben vor allem Ton- und Bildqualität. Android TV als junges Kind macht hinsichtlich App-Angebot Freude, muss sich aber gegenüber der Fernbedienung noch erwachsener verhalten. Einzig schade: Sony hätte gleich ab Werk einen stärkeren Prozessor einbauen können.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Bild
  • Ton
  • Preis
  • Ausstattung
  • Prozessor (Mittelklasse)

Details:  55"-4K-Fernseher (Bilddiagonale: 140 cm, 3840 x 2160 Bildunkte), DVB-T/-C-/S2, 4 x HDMI, 3 x USB 2.0, Smart-TV-Funktionen, 3D (Shutter, ohne Brillen), Gbit-LAN/WLAN, Scart, 2 x 10 Watt, 2 Jahre Garantie

Preis:  Fr. 1149.-

Infos: 
sony.ch/de

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