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Lesedauer 4 Min.

Nach «format c:» und Neuinstallation Windows-Papierkorb voll?!?

Wenn ich unter DOS/Windows den Befehl «format c:» eingebe, so habe ich nach dem Installieren und Neuaufspielen des Betriebssystems meinen Papierkorb mit alten gelöschten Dateien voll. Geht das Formatieren nicht gründlicher? Welche Parameter gibt es beim Formatieren und was bedeuten diese (z.B. «format c: /u», «format c: /q» usw.)?
PcTipp
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© Quelle: PCtipp.ch

Ihre Beobachtung könnte sich folgendermassen erklären lassen (dazu ist aber ein kleinerer "Papierkorb-Exkurs" vonnöten ;-)): Jede Harddisk, bzw. jede Partition einer Harddisk erhält von Windows einen versteckten Ordner namens "Recycled". Dieser Ordner enthält von Ihnen unter Windows gelöschte Dateien. Wenn Sie eine Datei löschen, bzw. zum Löschen in den Papierkorb ziehen, wird nicht etwa die Datei physikalisch auf der Harddisk gelöscht, sondern lediglich so manipuliert, dass sie für Sie nicht mehr auf der Festplatte erscheinen. Im Papierkorb werden die gelöschten Dateien mit dem kompletten Pfad und Dateinamen im versteckten File "Info" (Windows 95), bzw. "Info2" (Windows 98) abgelegt. Die Infos im Papierkorb-File "Info", wo sich eine Datei physikalisch auf der Festplatte befindet, sind in jedem "Recycled"-Ordner vorhanden. Will heissen: egal, ob Sie vom Laufwerk C: oder dem Laufwerk D: eine Datei in den Papierkorb (auf dem Desktop) ziehen, also die Datei löschen: die Information befindet sich sowohl in "Recyled" von C: wie auch von D:.

Jetzt zu etwas ganz anderem, die Konklusio kommt erst zum Schluss ;-): Mit dem Befehl "format" können Sie Partition einer Festplatte "säubern", das heisst, auf einen Datenträger (Harddisk, Diskette, Zip...) ein neues Dateisystem anlegen. Der Befehl "format" alleine löscht aber noch lange nicht Dateien physikalisch für immer von der Festplatte. Auch nach einer normalen Formatierung, nehmen wir einmal Laufwerk C:, mit "format c:/s" sind die Dateien rekonstruierbar!

Der Einfachheit halber seien hier einmal die wichtigsten Parameter für "format" (immer in der Annahme, Laufwerk C: werde formatiert) eingeschoben:

• "format c:/u" : löscht Dateien unwiederruflich, sie können dann mit dem DOS-Befehl "unformat" nicht mehr rückgängig gemacht werden.

• "format c:/s" : formatiert das Speichermedium bootfähig (kopiert u.a. die Datei "command.com" auf die Partition.

• "format c:/c" : überprüft, ob als fehlerhaft markierte Zuordnungseinheiten

wirklich fehlerhaft sind (nützlich für die Überprüfung der Festplatten-Integrität).

• "format c:/v" : überprüft Schreibvorgänge auf ihre Richtigkeit hin.

• "format c:/autotest" : stellt keine Fragen (z.B. wie die neu formatierte Partiton denn heissen soll...)

• "format c:/backup" : ist das Gegenteil des Parameters /u

• "format c:/q" : Quickformat (führt die Formatierung mit dem schnelleren aber die Dateistruktur weniger "unkenntlich" machenden QuickFormat durch).

• "format c:/select" : zerstört das "Inhaltsverzeichnis" eines Speichermediums.

• "format c:/Z 4" : Fat32-Formatierung mit 4 Sektoren pro Cluster

Die sauberste Formatierung ist definitv "format c:/u"; mit diesem Parameter lassen sich die Dateien nur noch von Spezialprogrammen rekonstruieren. Die meisten Parameter lassen sich übrigens direkt von "format" anzeigen und erklären. Geben Sie einmal unter DOS "format/?" und Sie werden folgendes Resultat erhalten:[1m]Nachdem wir nun die erste theoretische Erläuterung mit der zweiten kombinieren, kommen wir wahrscheinlich dem "format c:"-Phänomen einen entscheidenden Schritt näher:

1. Die Datei-Informationen, wo sich eine Datei physikalisch auf der Harddisk befindet, ist auf allen Partitionen durch den Ordner "Recycled" abgelegt, egal, ob sich eine Datei auf C:, D: oder sonstwo "wirklich" befand.

2. Mit dem einfachen Befehl "format c:" werden Dateien physikalisch nicht vollständig auf C: gelöscht.

3. Sie legen wieder das gleiche Dateisystem (wahrscheinlich FAT32) an, das sowohl auf anderen Partitionen existiert, als auch vor der Formatierung auf dem zu formatierenden Datenträger bestand. Haben Sie nun z.B. das Laufwerk C: formatiert und Windows wieder installiert, so könnte es also durchaus sein, dass im Papierkorb plötzlich wieder Dateien auftauchen, die eigentlich schon längst ins Daten-Nirvana verbannt wurden. Es können sogar Dateien aus dem eben formatierten Laufwerk sein, denn bei der Installation von Windows wird zwar schon einiger Platz des Laufwerks neu mit "Windows-Inhalt" gefüllt (somit gehen auch die noch rudimentär physikalsich vorhandenen Daten verloren), aber nicht aller. Befindet sich eine gelöschte Datei noch "ganz" auf der formatierten Platte, so könnte sie theoretisch durch die Info (wo sich die Datei tatsächlich befindet) aus Recycle auf Laufwerk D: wieder hergestellt werden. Dasselbe gilt natürlich auch für gelöschte Dateien, die sich auf D: (das durch die vorher beschriebene Formatierung nicht angerührt wird) befinden.

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